Kloten

Nach dem Sack kommt die Klebefolie

Mitarbeiter der Stadt Kloten überklebten das EHC-Logo gestern mit einer schwarzen Folie.

Mitarbeiter der Stadt Kloten überklebten das EHC-Logo gestern mit einer schwarzen Folie.

Vergangene Woche wurde der Puck auf dem Kreisel in Kloten mit einem Sack bedeckt. Nun wurde das Logo mit einer Folie überklebt.

Die Diskussionen um den EHC-Puck auf dem Kreisel in der Nähe des Bahnhofs sind unnötig und übertrieben. Soweit sind sich die Leserbriefschreibenden des «Zürcher Unterländer» einig. Daniel Eggenschwiler fragt sich: «Ist es nötig, den Zorn einer Region auf sich zu ziehen, zumal sich in der Vergangenheit niemand an dieser Sache gestört hat?» Richard Maurer meint: «Jetzt endet Klotens Hockey-Geschichte im Leichentuch. Schrecklich, furchtbar und der Stadt unwürdig war der Anblick, den der Kreisel in seiner kurzfristigen ‹Neugestaltung› bot.» Am vergangenen Freitag wurde der über drei Tonnen schwere Puck nämlich in einen wenig dekorativen schwarzen Plastiksack gehüllt.

Die Massnahme der Stadt Kloten blieb jedoch gerade mal knapp zwei Tage bestehen. In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte die Blache wieder entfernt. Stadtpräsident René Huber (SVP) sagte danach: «Ich verurteile die Tat. Für die weiteren Verhandlungen ist das äusserst kontraproduktiv, und es steigert nicht gerade meine Lust, mich weiterhin für den Puck einzusetzen.» Laut «Klotener Anzeiger» hat der EHC Kloten als Besitzer des Pucks und der Blache inzwischen Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

Möglichst bild zurück in den Originalzustand

Gestern hat die Stadt das EHC-Logo erneut abgedeckt. Diesmal jedoch nicht mit einem Sack, sondern mit einer Klebefolie. «Ob das wirklich besser ist, werden wir dann sehen», sagt Huber. Sein Ziel sei sowieso, den Puck schnellstmöglich wieder in den Originalzustand zu versetzen. Wie lange die Verhandlungen mit dem Kanton noch andauern werden, könne er jedoch noch nicht genau abschätzen.

Klar ist: Es ist die letzte Chance für den Puck. Entfernt jemand die Klebefolie und enthüllt das Logo dadurch erneut, wird der Puck höchstwahrscheinlich vom Kreisel entfernt und an einem weniger umstrittenen Ort aufgestellt. Wo das genau sein würde, ist nicht klar: «Ich habe noch über keinen Plan B nachgedacht. Der Puck gehört dorthin, wo er jetzt ist.» Am Schluss sei es auch eine Kostenfrage. «Das Gebilde lässt sich nicht einfach so schnell schnell verschieben.»
Ursprünglich wurde der Kreisel anlässlich des 80. Geburtstags des EHC Kloten errichtet. Die Stadt hatte sich im Jahr 2014 zum Jubiläum um die Bewilligung und die Installation gekümmert. Nun streiten Kloten und die Baudirektion seit Monaten über das Monument, welches aus über 7700 Pucks besteht und das Logo des EHC Kloten zeigt. Der Grund: Für den Kanton handelt es sich dabei um kommerzielle Werbung. Solche Werbung ist auf Kreiseln einer Kantonsstrasse verboten.

Obwohl die Sonderbewilligung im September dieses Jahres ausgelaufen ist, liess die Stadt Kloten die Scheibe, die sich zu einem Wahrzeichen entwickelt hatte, weiterhin stehen. Die Baudirektion drohte daraufhin damit, den Puck zwangsweise zu entfernen. Die Stadt deckt das Logo nun ab, um ein Eingreifen des Kantons zu verhindern und vielleicht doch noch eine Einigung mit Baudirektor Martin Neukom (Grüne) zu erzielen.

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