Zwei Bewerber stehen nach dem Bundesratsentscheid vom Mittwoch im Fokus: Die Swiss Casinos Holding, die mit ihrem Projekt im Haus Ober gewonnen hat, und das Grand Casino Baden, das bisherige «Zürcher» Casino.

Letzteres rechnet mit einer Umsatzeinbusse von einem Drittel, weshalb es in Zürich mit zwei Projekten ins Rennen stieg (Haus Du Pont, EPA-Gebäude). Die Badener Verantwortlichen stellen in Aussicht, sich 2022 nochmals für die Zürcher Konzession zu bewerben.

Die Casino Zürich AG (Haus Du Pont) wird aufgelöst. Ob dies auch mit der City Zürich Casino AG (EPA-Haus), bei der die Badener mit im Boot waren, passiert, ist noch offen, wie Verwaltungsrat Werner Buchter sagt.

Ein anderes «Problem» haben die Gewinner. Ihnen gehören auch die Casinos in Pfäffikon SZ und Schaffhausen, die ebenfalls im Einzugsgebiet Zürichs stehen. Swiss-Casinos-Verwaltungsrat Peter Meier rechnet mit einer Einbusse von einem Viertel in Pfäffikon.

Trotzdem oder deshalb will er dort ausbauen und auf mehr Unterhaltung setzen. In Schaffhausen mit geschätzten gut zehn Prozent Umsatzrückgang ändert sich laut Meier nichts. Eine weitere Herausforderung ist, qualifiziertes Personal für Zürich zu finden. Meier will selber Personal ausbilden und im Ausland suchen. Allenfalls kommen erfahrene Leute aus Baden dazu.

Ob sich die Casino Zürich AG, die eine Spielbank in der Alten Börse beim Paradeplatz betreiben wollte, auflöst, wird bis Ende Jahr entschieden. «Die Gesellschaft hat ihren Sinn verloren», sagt Fernando Mutti.

2022 nochmals anzutreten, hält er für nicht realistisch. «Wer eine Konzession hat, muss viele Fehler machen, damit sie nicht verlängert wird», meint er. Derselben Meinung ist Rudolph Schiesser, Verwaltungsratspräsident der Grand Casino Zürich AG, welche die Roulettekugeln im Sihlcity rollen lassen wollte. Die AG wird aufgelöst, die Sache ist erledigt, sagt Schiesser.

Im Haus Du Pont ändert sich vorläufig nichts, sagt Stephan Lüdi von Eigentümer PSP Property. Das Kino ABC wird das Gebäude 2014 verlassen. Im EPA-Haus ist eine Gesamtsanierung im Gang. 2013 werden Verkaufs- und Büroflächen vermietet, so Swiss-Life-Sprecher Florian Zingg.

Was in der Alten Börse geschieht, die der BVK gehört, entscheidet sich nach den Sommerferien. Über die Pläne im Sihlcity wollte die Credit Suisse keine Auskunft geben.