Seezuschlag
Nach Aus des Zürcher Schiffsfünflibers: Gegner bleiben wachsam

Das Komitee "zur Rettung der Zürichseeschifffahrt" stoppt seine Initiative: Nachdem der Regierungsrat den ungeliebten Schiffsfünfliber überraschend abgeschafft hat, stellt nun das Komitee seine Unterschriftensammlung ein – es will aber dennoch wachsam bleiben.

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Der Schiffsfünfliber wurde kürzlich abgeschafft. Das Komitee "zur Rettung der Zürichseeschifffahrt" stoppt deshalb seine Initiative, bleibt aber wachsam. (Symbolbild)

Der Schiffsfünfliber wurde kürzlich abgeschafft. Das Komitee "zur Rettung der Zürichseeschifffahrt" stoppt deshalb seine Initiative, bleibt aber wachsam. (Symbolbild)

KEYSTONE

Das Komitee spricht von einem Erfolg: Auch wenn der Regierungsrat für die Abschaffung des Schiffszuschlags einen anderen offiziellen Grund angegeben habe – der Auslöser für diesen Entscheid sei die Lancierung ihrer Initiative gewesen, hält das Komitee in einer Mitteilung vom Dienstag fest.

Zwei Drittel der benötigten Unterschriften seien innert eines Monats bereits eingegangen. Da nun das Hauptziel der Initiative aber schon erreicht sei, werden die weiteren Sammelaktivitäten gestoppt.

Komitee bleibt wachsam

Das Komitee, hinter dem die Parteien SP, EVP und Grüne stehen, löst sich trotz dieses schnellen Erfolgs nicht auf. Es bleibt vielmehr weiter bestehen, "um den bürgerlichen Abbauplänen die Stirn zu bieten". Die Regierung denke nämlich über weitere Abbaumassnahmen auf dem Zürichsee nach, glaubt das Komitee und schreibt von einer möglichen Ausdünnung des Fahrplans oder einer Teilausgliederung der Schifffahrt aus dem Zürcher Verkehrsverbund ZVV.

"Solchen Planspielchen muss von allem Anfang an eine klare Absage erteilt werden", schreibt das Komitee. Es bleibe deshalb weiter wachsam und werde jeden Abbau des Service Public auf dem Zürichsee und jede Kostendrückerei auf dem Buckel des Personals bekämpfen. "Die Schifffahrt gehört zu unserem Kanton", wird Kantonsrat Jonas Erni (SP, Wädenswil) in der Mitteilung zitiert.

Von Anfang an umstritten

Der Schiffsfünfliber war Teil des kantonalen Sparprogramms "Lü16". Ziel war es, damit das jährliche Defizit der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) zu senken.

Der Zuschlag, der zusätzlich zum normalen ZVV-Ticket fällig wurde, war von Beginn an umstritten. Noch im Februar bezeichnete ihn der Regierungsrat dennoch als "erfolgreiche Massnahme". Zwar gingen die Passagierzahlen auf Limmat und Zürichsee zurück - der Schiffsfünfliber führte aber zu Netto-Mehreinnahmen von 2,4 Millionen Franken.

Vor dem Osterwochenende gab die Regierung dann kurzfristig die Abschaffung des Zuschlags bekannt. Begründet wurde dies mit dem neuen Mehrwertsteuersatz, der am 1. Januar um 0,3 Prozentpunkte gesenkt wurde. Diese Senkung gibt der ZVV nun indirekt über die Aufhebung des Schiffsfünflibers an die Passagiere weiter.