Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Bauernhaus ist längst Geschichte. Die Lücke, die seit nunmehr dreieinhalb Jahren im Dorfkern klafft, könnte aber bald wieder geschlossen werden. Gegen die publizierte Schutzanordnung, aufgrund welcher der Bauherr einen Ersatzbau erstellen kann, sind bis jetzt keine Rekurse eingegangen – die Frist ist am Montag abgelaufen.

Das Baurekursgericht kann dies zwar erst Ende Woche mit Sicherheit bestätigen. Fest steht aber, dass zumindest der Zürcher Heimatschutz nicht rekurriert hat: «Wir befassen uns mit alten Häusern – Neubauten sind nicht unser Kerngeschäft», sagt Präsident Martin Killias auf Anfrage. Er habe die Schutzanordnung überprüft und keine grossen Abweichungen zu den Forderungen des Baurekursgerichtes gesehen.

Jahrelanges Seilziehen

Viele Jahre schien ein Ende im Fall «Fröschegrueb» fast unmöglich. Zu verhärtet waren die Fronten zwischen dem Zürcher Heimatschutz und dem Bauherrn. Auf den jahrelangen Streit um den Erhalt des Gebäudes folgte 2015 der Abbruch: Angeordnet hatte ihn der Gemeinderat Regensdorf aus Sicherheitsgründen. Dies wiederum rief den Zürcher Heimatschutz auf den Plan.

Er reichte gegen den damaligen Gemeinderat Aufsichtsbeschwerde ein und erhielt vom Baurekursgericht recht. Dieses forderte den originalgetreuen Wiederaufbau der «Fröschegrueb» und reichte seinen Beschluss gleich an die kantonale Baudirektion weiter. Diese schloss sich der Kritik an und erteilte dem Gemeinderat Regensdorf zwei Verweise.

Trotz dieser Verweise: Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf, würde auch heute noch genau gleich handeln. «Der Abbruch des Bauernhauses war der einzige richtige Weg», sagt er. Das zerfallende Gebäude sei eine Gefahr für die Passanten gewesen.

«Zudem würde der Streit zwischen Bauherr und Heimatschutz wohl heute noch andauern, wenn das Gebäude noch stehen würde.» Umso froher ist er, dass sich nun langsam ein Ende abzeichnet. «Das Ganze hat einige Umwege gebraucht, doch nun stehen die Zeichen gut, dass wieder ein schöner Dorfkern entstehen kann », sagt er.

Ganz so milde sieht Martin Killias die Verweise der Baudirektion zwar nicht. «Ein solcher Verweis an eine ganze Exekutive ist schweizweit einmalig. Das hatte auch präventive Wirkung auf andere Gemeinden», sagt er. Als viel wichtiger erachtet er aber das Urteil des Baurekursgerichts, das den originalgetreuen Wiederaufbau gefordert hat. «Natürlich kann ein Neubau den Abriss des alten Gebäudes nicht wieder gut machen», sagt Killias. Doch immerhin könne nun kein beliebiges Gebäude entstehen.

Ähnlich, aber nicht gleich

Der Besitzer der «Fröschegrueb», Thomas Palmy, möchte sich nicht dazu äussern, was er genau plant. Die Baubewilligung für seinen Neubau hat die Gemeinde Regensdorf jedenfalls bereits 2015 erteilt – dies mit gewissen Auflagen zur Gestaltung des Gebäudes. Erfüllt er diese nun, steht einer Baufreigabe nichts im Weg.

Klar ist, dass der Ersatzbau optisch ähnlich wie das abgerissene Original erscheinen muss – er muss ihm aber nicht exakt gleichen. In der Schutzanordnung heisst es dazu: «Der Ersatzbau hat die Identität des ehemaligen Bauernhauses und die ehemaligen für das äussere Erscheinungsbild massgebenden Elemente (...) grundsätzlich zu übernehmen.»

Erlaubt wären zum Beispiel aber mehr Fenster oder neu auch ein Balkon auf der strassenabgewandten Seite.