Dem Prometheus-Mythos widmen sich die Festspiele Zürich mit zahlreichen Konzerten, mit Schauspiel, Tanz, Oper, mit Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

Gemäss der griechischen Mythologie stahl Prometheus den Göttern das Feuer und brachte es den Menschen. Dadurch entfesselte er die Kräfte der Menschen, sie schufen Kultur und Technik. Dabei lagen Fluch und Segen stets eng beieinander.

Werk von Luigi Nono in der Tonhalle

Schwerpunkt der Festspiele bildet die Aufführung "Prometeo - Tragedia dell'ascolto" des italienischen Komponisten Luigi Nono in der Tonhalle. Das Werk entstand 1985. Es ist gemäss Mitteilung "ein kompromissloser Versuch, in der Musik die grossen Themen der Menschheit zum Klingen zu bringen". Dirigieren wird Ingo Metzmacher.

Eine besondere Rolle spielen bei der Umsetzung der jeweilige Raum und seine akustischen Besonderheiten. Er wird als eine „eigene Stimme" in die Musik einbezogen. Ansonsten steht das Festspielprogramm des Tonhalle-Orchesters ganz im Zeichen des Abschieds von seinem langjährigen Chefdirigenten David Zinman.

Der Mythos im Wandel der Zeit

Bedeutende Umbrüche in Gesellschaft, Wirtschaft und Forschung fanden auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Dieser "Entfesselung verheerender Kräfte" gedenken unter anderem das Schauspiel- und das Opernhaus.

Das Schauspielhaus zeigt in Kooperation mit dem Burgtheater Wien Franz Molnárs 1909 entstandene Vorstadtlegende "Liliom", in der die Menschen dem Schicksal gnadenlos ausgeliefert sind. Regie führt Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey.

Ebenfalls aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stammt die Festspielpremiere des Opernhauses. Es zeigt Puccinis Western-Oper "La fanciulla del West", ein Stück über entwurzelte Glückssucher.

Vorträge, Ausstellungen und das Zürcher Festspielsymposium laden ein, über Wirkung und Bedeutung des Prometheus-Mythos bis in die Gegenwart nachzudenken. Diverse Theateraufführungen verpflanzen das Festspielmotto in die heutige Zeit.

Die Festspiele werden gemeinsam von Opernhaus, Schauspielhaus, Kunsthaus, Tonhalle-Orchester Zürich und weiteren Kulturinstitutionen der Stadt und des Kantons Zürich veranstaltet.