Zürcher Niederdorf
Mysteriöser Fenstersturz: Puff-Besucher tot – zwei Prostituierte vorläufig festgenommen

Ein Mann ist am Freitagabend im Zürcher Niederdorf nach einem Sturz aus einem Fenster eines Puffs verstorben. Sowohl die Identität des Verstorbenen als auch die Umstände des Sturzes sind unklar. Noch am Abend wurden zwei 29 und 40 Jahre alte Prostituierte vorläufig festgenommen.

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Passanten entdeckten kurz nach 18.15 Uhr eine leblose Person auf der Strasse. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen, wie die Stadtpolizei Zürich am Samstag mitteilte.

Laut Zeugenaussagen stürzte er aus dem Zimmer 32 des Pufffs. Dieses befindet sich im dritten Stock, etwa zehn Meter über dem Strassenboden, wie Tele Züri berichtet.

Staatsanwaltschaft und Stadtpolizei klären nun die näheren Umstände. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. "Spezialisten von der Stadtpolizei Zürich und vom Institut für Rechtsmedizin ermitteln zurzeit noch in alle Richtungen", sagt Stadtpolizei-Sprecher Michael Wirz. "Wir können im Moment weder einen Unfall, einen Suizid noch ein Gewaltverbrechen ausschliessen." Laut Recherchen des TV-Senders hat der Mann schwere Gesichtsverletzungen erlitten. Bei seinem Fenstersturz habe er kein T-Shirt getragen. Die Hose, die er trug, war halb offen.

Der Mann stürzte hier vom dritten Stock zehn Meter in die Tiefe.

Der Mann stürzte hier vom dritten Stock zehn Meter in die Tiefe.

Tele Züri

Nachbarin hört Streit kurz vor Sturz

Auch die Identität des Todesopfers konnte noch nicht zu hundert Prozent geklärt werden. Laut einer Prostituierten handle es sich um einen guten Kunden des Puffs. Zudem würden zwei Quellen unabhängig voneinander aussagen, dass er sich zuvor stundenlang im Puff aufgehalten und Kokain konsumiert habe. Eine Frau aus der Nachbarschaft berichtet von einem kurzen, aber lauten Streit, bevor sie den Aufprall auf dem Trottoir gehört habe.

Zwei Prostituierte sind vorläufig festgenommen worden und werden befragt. Ob die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragen wird, steht noch nicht fest. Falls keine Haftgründe vorliegen, müssen sie innerhalb von 24 Stunden freigelassen werden. (pz)