Zürich

Multimedialer Reiseführer stellt Highlights aus der Limmatstadt vor

Der Autor Peter Bührer sitzt in einem Zürcher Kaffee und schmökert in seinem Reiseführer.

Der Autor Peter Bührer sitzt in einem Zürcher Kaffee und schmökert in seinem Reiseführer.

In «Zürich – Welcome Home» zeigt der Birmensdorfer Peter Bührer auf 350 Seiten, was Zürich zu bieten hat. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf Papier, sondern setzt auch auf Multimedialität.

Die Gemeinsamkeiten zwischen Zürich und dem neusten Stadtführer zur Limmatstadt liegen auf der Hand: Beide sind nicht sonderlich gross, haben aber jede Menge zu bieten. Der interaktive Stadtführer «Zürich – Welcome Home» feierte seine Lancierung am vergangenen Donnerstag. Den Kraftakt, den die Realisierung gekostet haben muss, lässt sich der 48-jährige Bührer derweil nicht anmerken. Etwas mehr als ein Jahr arbeitete der Birmensdorfer an seinem neuen Werk. Die Illustrationen steuerte die Zürcher Künstlerin Marion Duschletta bei.

Leuenberger empfiehlt Helsinki-Bar

Während Alt Bundesrat Moritz Leuenberger die Helsinki-Bar im Industriequartier empfiehlt, spricht Beat Schlatter über seine liebste Bar im Niederdorf. Dies nur zwei der 50 Testimonials, für die sich prominente Stadtzürcher bereit erklärten. «Dass so viele Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen einen Beitrag über Zürich verfassten, dokumentiert das Wir-Gefühl in Zürich», sagt Bührer.

Neben diesem Wir-Gefühl der Zürcher dürfte aber auch das umfangreiche Netzwerk Bührers dazu beigetragen haben, dass so viele Prominente in seinem Buch vertreten sind. Dieses Netzwerk reicht weit bis in die Musikszene hinein: So haben die Zürcher Elektropioniere der Band Yello um Dieter Meier eigens einen Song zum Buch geschrieben (siehe QR-Code).

Vom Koch zum Autor

Peter Bührer ist gelernter Koch und machte sich Ende der 1980er Jahre einen Namen in der Spitzengastronomie. Wenige Jahre nach der Ausbildung wurde er bereits von verschiedenen Schweizer Gastrotempeln angeworben. Mit der Zeit war ihm das Kochen nicht mehr genug und er begann, Kochbücher zu schreiben. Seinen bisherigen publizistischen Höhepunkt erlebte Bührer im Jahr 2012, als er gemeinsam mit dem New Yorker Künstler, James Rizzi, einen Reisebilderband mit dem Titel «My New York City» herausbrachte.

Multimedialer Führer zeigt Highlights aus der Limmatstadt vor

Multimedialer Führer zeigt Highlights aus der Limmatstadt vor

Wer nun meint, dass ausschliesslich das gastronomische Angebot im Zentrum von «Zürich – Welcome Home» steht, liegt jedoch falsch. Via QR-Codes, die mit dem Spartphone abgerufen werden können, sei der Leser tagesaktuell mit der Zürcher Kultur und dem Stadtgeschehen verbunden. Mit einem Klick erfahre man, welcher Klub welche Musik spiele oder was das Opernhaus im Moment aufführe, so Bührer.

Lesungen und Zeichnungen im Internet

Die Verbindung zur hiesigen Kultur geht jedoch noch weiter in die Tiefe. So führen die QR-Codes auch zu Audio-Mitschnitten von Lesungen unterschiedlicher Zürcher Autoren (siehe Box) oder zu den Theater-Zeichnungen der renommierten Zürcher Künstlerin Hanny Fries. Diese erschienen zwischen ab den fünfziger bis in die achtziger Jahre zusammen mit Theaterkritiken über Stücke im Schauspielhaus in Schweizer Tages- und Wochenzeitungen.

Woher wusste Bührer, was er im Buch haben wollte und was nicht? «Dabei habe ich mich völlig auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich interessiere mich sehr für Restaurants, das Leben im Allgemeinen und für Marken», sagt er.

Was «typisch zürcherisch» ist

Hier schneidet Bührer einen weiteren Aspekt des Gesamtwerks an: die lokalen Marken. Denn im Buch werden Produkte aus der Region vorgestellt. «Touristen sollen auch wissen, was typisch zürcherisch ist», so Bürer. Er geht aber noch einen Schritt weiter, denn in Kooperation mit lokalen Geschäften wurden Produktelinien im Design des Stadtführers entwickelt. So fährt die Confiserie Sprüngli etwa mit einer Praliné-Box auf, während Sigg eine Getränkeflasche designte. Das Kleiderlabel Alprausch bringt einen Schal heraus. Die Distribution übernehmen die Geschäfte selbst. «Es wird aber auch Pop-Up-Shops geben, in denen die Produkte erhältlich sind», sagt Bührer. Er freue sich, dass im vielfältigen Zürich eine derartige Einheitlichkeit unter so vielen Partnern zustande gekommen sei.

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