Die Detaillisten in der Zürcher Innenstadt erhalten ab diesem Jahr jeweils im Dezember eine neue Plattform für ihre Produkte. Die Stadt hat der Vereinigung Zürcher Spezialgeschäfte den Zuschlag gegeben für einen neuen Weihnachtsmarkt auf dem Münsterhof. Das Konzept «Von Zürich für Zürich» habe mit einem schönen, lokalen Angebot überzeugt, wie Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung sagt. Daher passe der Markt auf den zentralen Platz vor dem Fraumünster.

Die Suche nach einem tauglichen Konzept startete bereits 2015, blieb aber ohne Resultat, da der Stadt keiner der eingegebenen Vorschläge zusagte. Daher hat sie vor einem Jahr den Weihnachtsmarkt erneut ausgeschrieben. Zwölf Gesuche sind laut Schindler bis im November eingereicht worden – von bisherigen, aber auch von neuen Bewerbern, wie der nun siegreichen Vereinigung Zürcher Spezialgeschäfte.

Anrainer-Geschäfte machen mit

Die über 80 in der Vereinigung zusammengeschlossenen Traditionsgeschäfte – darunter sind die Confiserie Sprüngli, Och Sport, Grieder und Musik Hug – konkurrenzierten mit ihrem Weihnachtsmarkt nicht das Gewerbe am Platz. Vielmehr werden die Anreinergeschäfte einbezogen, die zum Teil selber Mitglieder der Vereinigung sind.

Das sei die Motivation für die Vereinigung gewesen, bei der Stadt ein eigenes Weihnachtsmarktkonzept einzureichen: «Wir wollten die prominente Fläche im Stadtzentrum nicht kampflos externen Akteuren preisgeben», sagt Andreas Zimmerli-Landolt, Präsident der Vereinigung Zürcher Spezialgeschäfte und Geschäftsleiter des Schreibwarengeschäfts Landolt-Arbenz.

Die Vereinigung strebt einen «exklusiven Markt» an mit ausgewählten, eigenständigen Produkten aus den Läden, wie Zimmerli-Landolt sagt. Paul & Shark könne etwa Mützen und Handschuhe anbieten, Foto Ganz ein Polaroid-Bild mit dem Samichlaus und der Franz Carl Weber jede Art von Weihnachtsspielzeug. Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt, sagt Zimmerli-Landolt.

Ein Himmel aus Kristallkugeln

Die Produkte sollen nicht in herkömmlichen Markthüttchen präsentiert werden, sondern in variablen Verkaufsständen mit Holz und viel Glas. Glühwein und kleine, regionale Zwischenmahlzeiten wird es in Rundzelten geben, die wie Iglus aussehen. Auffällig wird auch die Beleuchtung: Grosse Kristallkugeln ziehen einen Himmel über den Münsterhof. «Unsere Idee ist, dass die Beleuchtung auch nach Ende des Weihnachtsmarkts bis im Januar hängen bleibt», sagt Zimmerli-Landolt. Derzeit versuche die Vereinigung Swarovski, den Hersteller der Kugeln, als Sponsor zu gewinnen. Sollte dies scheitern, werde eine günstigere Variante realisiert.

Nicht nur bei den Produkten und der Gastronomie setzt das Konzept auf regionale Anbieter, sondern auch bei der Unterhaltung. Laut Konzeptpräsentation will die Vereinigung Zürcher Musiker, Sänger, Kultur- und Theatervereine sowie die Zünfte für Auftritte gewinnen. Dabei setze man eher auf «leise, zur Weihnachtszeit passende, Töne» in der Musik wie auch mit Lesungen und Darstellungen.

Der neue Weihnachtsmarkt vor den historischen Fassaden des Münsterhofs wird Ende November zum ersten Mal seine Türen öffnen. Die Rahmenzusage der Stadt gilt für fünf Jahre bis 2022.