Festival

Mr. Afro-Pfingsten will es wissen

Afro-Pfingsten, hier eine Strassenperformance von 2014, werden in Zukunft in Winterthur nicht mehr stattfinden.

Afro-Pfingsten, hier eine Strassenperformance von 2014, werden in Zukunft in Winterthur nicht mehr stattfinden.

Das Winterthurer Fest Afro-Pfingsten ist am Ende – der Gründer Daniel Bühler arbeitet bereits an einem Nachfolger.

Daniel Bühler ist zurück und will die Zügel erneut in die Hand nehmen. Der Mann, der 1990 die Afro-Pfingsten mitgegründet und das Festival bis 2012 geleitet hatte, trat am Freitag vor die Medien und verkündete die frohe Botschaft: «Es geht nicht, eine solche Tradition sterben zu lassen.»

Er werde – zusammen mit einem zu gründenden Verein – an Pfingsten Mitte Mai 2016 einen Markt in der Altstadt organisieren unter dem Namen «Eine Welt in Winterthur». Die Beschränkung nur auf Afrika sei ohnehin passé, die Themen Fairness und Frieden beträfen die ganze Welt.

Es wird am zweitägigen Waren- und Essmarkt einen sogenannten Africana-Teil geben, ein Global Village, und auf dem Kirchplatz werden wieder Nicht-Regierungs-Organisationen und Hilfswerke ihren Auftritt haben. Der Teuchelweiher als Marktplatz fällt wieder weg. Am Fischmarkt hinter dem Altersheim Neumarkt wird eine kleine Bühne für weniger bekannte Bands stehen; die Zeit der grossen Konzerte mit den grossen Namen ist vorbei.

700 000 Franken fehlten

Rückblende: Nach dem Festival 2012 zog sich Daniel Bühler zurück. Er verkaufte seine GmbH, die das Festival organisiert hatte und den Namen Afro-Pfingsten besass, an die Marketing Manufaktur. Wie viel Geld Bühler aus diesem Verkauf löste, will er nicht sagen: «Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.» Er habe aber, betont Bühler, damals die Schulden der Afro-Pfingsten getilgt. 80 000 Franken habe der Förderverein bezahlt, 220 000 er selber.

Nach drei weiteren Afro-Pfingsten musste das Festival im Oktober dieses Jahres Konkurs anmelden. Trotz 27 000 Franken von der Stadt und 220 000 aus dem kantonalen Lotteriefonds resultierte ein Totalverlust von 700 000 Franken. Diese Zahlen mochte Bühler gestern nicht kommentieren, er kenne die Details nicht, die dazu führten. Er habe einzig festgestellt, dass die Konzerte schlecht besucht waren.

Bühler liegt viel daran, sich eine möglichst breite Unterstützung für sein neues Projekt zu sichern. Er legte gestern eine lange Liste vor: Zwei Drittel der Gemeinderatsmitglieder vertrauen dem Organisator Bühler, die Chefs der Stadtpolizei, von Standortförderung und Winterthur Tourismus.

Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) zeigte sich in einer ersten Reaktion zurückhaltend: «Der Anlass hat grosse Ähnlichkeit mit den Afro-Pfingsten. Wir hätten es bevorzugt, ein Jahr zu pausieren und das Konzept zu überdenken.» Geld von der Stadt gibts keines.

Die städtische Bewilligung für den Markt hat Bühler noch nicht, doch sei alles auf gutem Weg, sagte er. Er geht davon aus, dass die Rechnung der Stadt für Patente, Nutzung des öffentlichen Grundes und Abfallentsorgung etwa 50 000 Franken betragen wird. Via Standmieten kämen gegen 300 000 Franken rein, sagte er.

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