Zürich
Mörder nach 20 Jahren noch gefährlich – Gericht entscheidet auf Verwahrung

Das Zürcher Obergericht hat entschieden, dass die nachträgliche Verwahrung für einen der brutalsten Mörder der Schweiz rechtens ist. Der zuständige Oberstaatsanwalt Martin Bürgisser bestätigt das Urteil von Mitte Juli 2014 laut «Schweiz am Sonntag».

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Die Haftstrafe hat der verurteilte Mörder abgesessen, trotzdem wird er vorläufig nicht in Freiheit entlassen. (Symbolbild)

Die Haftstrafe hat der verurteilte Mörder abgesessen, trotzdem wird er vorläufig nicht in Freiheit entlassen. (Symbolbild)

Keystone

Den Fall betrifft einen Hilfsgärtner der 1990 die Leiche einer 25-Jährigen zerstückelte und einem Mann die Kehle durchschnitt. Für beide Delikte, Mord und vorsätzliche Tötung wurde er zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zuvor kam schon das Bezirksgericht zum gleichen Schluss.

Eigentlich hätte der Hilfsgärtner, der seine Strafe 2011 abgessen hat, auf freiem Fuss sein. Doch die Zürcher Staatsanwalt beantragte die nachträgliche Verwahrung für den Mörder, da sie ihn nach wie vor als stark rückfallgefährdet bezeichnet.

Der Hilfsgärtner wehrte sich bis jetzt erfolgreich durch alle Gerichtsinsatnzen gegen seine nachträgliche Verwahrung. Das Urteil muss deshalb als Kehrtwende in der juristischen Rechtssprechung angesehen werden.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft erklärt dies mit der neuen Strafporzessordungung, bei der sich die gerichtliche Zuständigkeit verändert hat. Doch damit ist der Justizkrimi noch nicht zu Ende. Topanwalt Lorenz Erni, der den verurteilten Hilfsgärtner verteidigt, kündigt den Weiterzug vor Bundesgericht an.

Sowohl die Zürcher Staatsanwaltschaft wie auch der Anwalt gehen davon aus, dass der Fall schlussendlich von dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg entschieden wird. Es geht um den Grundsatzentscheid, ob und unter welchen Voraussetzungen man eine Täter nachträglich verwahren kann.