Bundesgericht
Mord in Rapperswil: Bundesgericht glaubt nicht an Notwehr

Das Obergericht Bern und nun auch das Bundesgericht lehnen die Haftentlassung des Mazedoniers ab, der vor dem Club 3000 in Lätti in der Gemeinde Rapperswil im September einen Kosovaren tödlich verletzt haben soll.

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Auch das Bundesgericht lehnte den Fall des Mazedoniers ab (Archiv).

Auch das Bundesgericht lehnte den Fall des Mazedoniers ab (Archiv).

Keystone

Grund für den Entscheid ist die drohende Fluchtgefahr.

Der mutmassliche Täter hat keine feste Arbeitsstelle in der Schweiz, lebt alleine und pflegt lediglich zu seinem Bruder, dessen Familie und einem Cousin engere Kontakte. In Mazedonien leben seine Ex-Frau und sein Sohn, in Deutschland zwei Brüder. Aufgrund dieser Fakten kommt das Bundesgericht im heute publizierten Urteil zum Schluss, dass beim Inhaftierten Fluchtgefahr anzunehmen ist.

Der Mazedonier sitzt seit dem 20. September in Untersuchungshaft, welche unterdessen zwei Mal verlängert worden ist. Die Beschwerde gegen die letzte Verlängerung hat er nun erfolglos bis ans Bundesgericht weitergezogen.

Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland führt gegen den Mann eine Strafuntersuchung wegen vorsätzlicher Tötung, versuchter schwerer Körperverletzung und Raufhandels.

Wie aus dem Urteil des Bundesgerichtes hervorgeht, hatte der Mazedonier vor dem Club 3000 einen Streit mit drei Männern, unter ihnen der tödlich Verletzte. In seiner Beschwerde hat sich der mutmassliche Täter darauf berufen, dass er in Notwehr gehandelt habe.

Das Bundesgericht hält fest, dass aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse zwar gewisse Anzeichen für eine Notwehrsituation vorhanden sind. Es kann aufgrund der Akten aber nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Handeln in gerechtfertigter Notwehr ausgegangen werden. (sda)