Untersucht werden verschiedene Fragen - etwa wie sich die Temporeduktion auf den Lärm auswirkt, ob sich die Reisezeit des Individualverkehrs verändert, ob Ausweichverkehr entsteht und ob sich Verzögerungen für den öffentlichen Verkehr ergeben. Dies teilten das Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich und die kantonale Volkswirtschaftsdirektion am Montag gemeinsam mit.

Durchgeführt wird das Monitoring auf insgesamt neun Strecken in der Stadt Zürich; sieben davon sind Strassen von überkommunaler Bedeutung. Die Federführung der Wirkungskontrolle liegt bei der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich und dem Amt für Verkehr des Kantons.

Die Vorher-Messungen auf den neun Strecken erfolgen im April und Mai. Im Sommer werden die Strecken, für welche die Stadt in eigener Verantwortung eine Temporeduktion verfügt hat, auf Tempo 30 umsignalisiert. Die Nachher-Messungen sind im Herbst geplant. Erste Erkenntnisse liegen voraussichtlich Ende 2019 vor.

VCS: "Monitoring reicht nicht"

Für die Sektion Zürich des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) ist das Monitoring ein Zeichen dafür, dass Stadt und Kanton gemerkt haben, "dass sie in der Vergangenheit den Lärmschutz der Bevölkerung zu wenig gewichtet haben".

Zwar ist laut VCS ein solches Monitoring "eigentlich unnötig". Denn es gebe genügend Studien, welche die Wirksamkeit von Tempo 30 nachweisen. Wenn allerdings ein Monitoring dazu führe, dass Stadt und Kanton sich dazu aufrafften, endlich einen wirksamen Lärmschutz zu realisieren, dann sei ein solches Vorgehen zu begrüssen.

"Wenn die Politik aber nicht in der Lage ist, den Lärmschutz zu garantieren, müssen notfalls die Gerichte den Schutz der Bevölkerung durchsetzen", heisst es in der VCS-Mitteilung weiter. Derzeit sind diverse Verfahren hängig.

Gemäss VCS werden von 140'000 lärmbetroffenen Personen in der Stadt Zürich nur gerade 25'000 mit einer Massnahme an der Quelle vor Strassenlärm geschützt.