Vision
Mögliche Dezentralisierung verworfen: Die Verwaltung bleibt in Zürich

Würden die kantonalen Angestellten zu Hause arbeiten, könnten Büros eingespart und Züge entlastet werden. Stimmt nicht, sagt die Regierung, und will am zentralen Arbeitsort festhalten.

Oliver Graf
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Die kantonale Verwaltung bleibt weiterhin im Kaspar-Escher-Haus in der Nähe des Zürcher HBs.

Die kantonale Verwaltung bleibt weiterhin im Kaspar-Escher-Haus in der Nähe des Zürcher HBs.

Keystone

In einem Postulat war der Regierungsrat aufgefordert worden, ein Konzept für eine Dezentralisierung von Arbeitsplätzen der kantonalen Verwaltung vorzulegen. Mit kleineren Büros ausserhalb der Stadt Zürich könnte, so die Idee, das überlastete Verkehrsnetz entlastet sowie Kosten eingespart werden.

Der Regierungsrat kommt nun auf einem neun Seiten umfassenden Bericht zum Schluss, dass am zentralen Arbeitsort in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofes festgehalten werden soll. «Für die meisten Angestellten vereinfacht und verkürzt dieser zentrale Ort den Arbeitsweg.» Denn dieser könne aus dem gesamten Kantonsgebiet bestmöglich erreicht werden. Bei dezentral gelegenen Büros an der Peripherie wäre dies hingegen schwieriger. «Der bisherige Arbeitsort in unmittelbarer Nähe zum HB verbessert auch die Attraktivität des Kantons als Arbeitgeber und erleichtert damit die Rekrutierung von qualifiziertem Personal.»

Heimarbeit möglich

Von einer Dezentralisierung der Verwaltung will der Regierungsrat deshalb vorerst nichts wissen. Dass kantonale Angestellte aber vermehrt auch von zu Hause aus arbeiten könnten, könnte er sich durchaus vorstellen. An einen damit verbundenen Spareffekt glaubt er allerdings nicht: «Unter Berücksichtigung der betrieblichen Anforderungen und des Bedürfnisses nach sozialem Austausch liegt das Optimum bei einem oder längstens zwei Tagen pro Woche, an dem oder an denen von zu Hause aus gearbeitet werden kann.»

Am zentralen Arbeitsort sei daher «weiterhin die benötigte Zahl an Arbeitsplätzen bereitzuhalten, damit die gleichzeitige Anwesenheit der Angestellten an bestimmten Tagen sichergestellt werden kann.» Und Home Office würde auch das Problem der vollbesetzten Züge nicht beheben, hält der Regierungsrat fest: Das Pendeln an den Arbeitsort entfiele zwar. «Dafür werden zusätzliche Wege zurückgelegt, um beispielsweise Besorgungen zu machen, die bisher auf dem Arbeitsweg erledigt wurden.»