Abwahl

Mörgeli: «Ich werde sicher nie zum Staat gehen und nach Geld fragen»

«Es war ein beklemmender Stadtrundgang in Barcelona»: Christoph Mörgeli im «TalkTäglich» über seine Abwahl

«Es war ein beklemmender Stadtrundgang in Barcelona»: Christoph Mörgeli im «TalkTäglich» über seine Abwahl

Sehen Sie die wichtigsten Momente in unserem Zusammenschnitt. Und die ganze Sendung im Video ganz unten.

Christoph Mörgeli scheint noch nicht genug von der Politik zu haben. Der SVP-Mann bezog auf Tele Züri erstmals Stellung zur überraschenden Abwahl aus dem Nationalrat. «Ich bin ja erst 55!»

Der Heisssporn von einst sah matt aus. Als Christoph Mörgeli am Dienstagabend im «TalkTäglich» auf TeleZüri das erste Mal eingeblendet wurde, fielen dem Zuschauer zuerst die Krähenfüsse um seine Augen auf.

Vermutlich hatte er die vergangenen zwei Nächte nicht gut geschlafen, nachdem er bei den Nationalratswahlen eine veritable Klatsche bezogen hatte: Auf Platz 2 der SVP-Liste gestartet, wurde er bis auf Platz 20 durchgereicht. Das war gleichbedeutend mit der Abwahl nach 16 Jahren in der grossen Kammer.

«Sind Sie ein gebrochener Mann?», fragte TeleZüri-Moderator Markus Gilli erfrischend direkt. Mörgeli verneinte. Nur wer Rückschläge erlitten habe, sei etwas wert, erklärte er.

Später bezog er seine geliebte Rolle des Winkelrieds, als er beispielsweise sagte, dass er mit Bezug auf seine Motivation für die Politik «aus Unzufriedenheit in die Hosen musste». Er sei nie ein «Karrierepolitiker», sondern stets ein «Überzeugungspolitiker» gewesen.

Blocher macht Mörgeli bei «TalkTäglich» vor laufender Kamera ein Job-Angebot: «Diese grossen wissenschaftlichen Fähigkeiten müssen jetzt genutzt werden – im Interesse des Landes» (19.10.2015)

Blocher über Mörgeli: «Diese grossen wissenschaftlichen Fähigkeiten müssen jetzt genutzt werden – im Interesse des Landes»

Blocher macht Mörgeli am Montagabend vor laufender Kamera ein Jobangebot.

Nicht mit der Abwahl gerechnet

Allerdings gestand der 55-Jährige ein, dass er nicht mit seiner Abwahl gerechnet hatte. Als Grund dafür nannte er die Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem sich seit drei Jahren hinziehenden Rechtsstreit mit der Universität Zürich. Diese hatte ihn im September 2012 freigestellt, er klagte dagegen.

«Den Leuten standen die Schlagzeilen bis zum Hals», sagte Mörgeli, «ich hätte den Rechtsweg nicht öffentlich machen sollen».

Dennoch kam er im Lauf der Sendung immer wieder darauf zurück. War der einstige Kurator des Medizinhistorischen Museums zu Beginn des Gesprächs noch zurückhaltend gewesen, kam mit der Fortdauer die gewohnte Bissigkeit auf.

Mörgeli kündigte an, dass alle zur Rechenschaft gezogen werden sollten, die in diesem Rechtsfall auf der Gegenseite beteiligt sind, die damalige Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli erwähnte er namentlich.

Nicht nur in diesem Moment lenkte der Alt-Nationalrat von sich selbst ab. Moderator Gilli blieb aber hartnäckig und brachte das Gespräch immer wieder auf den Gast zurück. Auf die Frage nach seinem zukünftigen Auskommen sagte Mörgeli, er sei abgesichert und werde «nie zum Staat gehen und nach Geld fragen».

Gilli griff die Jobofferte von Christoph Blocher an die Adresse von Mörgeli auf, die die SVP-Ikone tags zuvor in der Sendung gemacht hatte. Mörgeli antwortete ausweichend, dass er seine Mandate als Berater – er führt eine entsprechende Firma – nicht offenlegen würde.

Schliesslich deutete er an, sich in der Zukunft eine neue Rolle in der Schweizer Politik vorstellen zu können: «Ich sagte immer, dass ich nicht länger als 65 in der Politik bleiben will. Aber ich bin jetzt ja erst 55.»

Der grosse Verlierer: Christoph Mörgeli nimmt erstmals Stellung nach seiner Abwahl

Der grosse Verlierer: Christoph Mörgeli nimmt erstmals Stellung nach seiner Abwahl - sehen Sie hier die ganze Sendung vom Dienstagabend.

Meistgesehen

Artboard 1