Schon oft in der Vergangenheit erneuerte und erweiterte der Wildnispark Zürich Langenberg seine Anlagen. Das aktuelle Projekt steht jedoch unter anderen Vorzeichen. «Früher wurden immer nur einzelne Anlagen betrachtet, heute stellen wir grundsätzliche Überlegungen an, wie die Qualität des Tierparks verbessert werden kann», sagt Karin Hindenlang, Geschäftsführerin des Wildnisparks Zürich.

Ziel der geplanten Veränderungen ist die Umsetzung des Langzeitprojekts «Vision Tierpark 2030». Alle Wildtiere sollen bis 2030 moderne, artgerechte, grosszügige und naturnahe Anlagen erhalten, in denen sie möglichst ihr gesamtes natürliches Verhalten ausleben und zeigen können. Die aktuelle Situation zeigt ein anderes Bild. «Einige Anlagen wie etwa diejenigen der Steinböcke oder der Murmeltiere haben ein gewisses Alter erreicht», sagt Hindenlang.

Vier neue Erlebniswelten

«Wir haben einen Masterplan ausgearbeitet, der die Anlagen östlich der Albisstrasse im grösseren Teil des Parks betrifft», fährt die Geschäftsführerin fort. Zwischen 2009 und 2011 wurden bereits die westlichen Anlagen ausgebaut und neu gestaltet, nun liegt der Fokus also auf dem Osten. Der «Vision Tierpark 2030» entsprechend sollen Erlebniswelten entstehen, die jeweils einen einheimischen Lebensraum mit Landschaft und Wildtieren darstellen.

Laut der Herbstausgabe der Zeitschrift des Wildnisparks Zürich sind vier solche Erlebniswelten geplant: eine Waldwelt mit Wolf, Braunbär und Luchs und eine Alpenwelt mit Kletterkünstlern wie Steinböcken und Langschläfern wie Murmeltieren. Zudem soll eine Wiesenwelt mit grossen Herden sowie an der Sihl beim Besucherzentrum eine Wasserwelt für Fischotter, Wasseramsel und andere kleine Gäste entstehen.

Startpunkt noch ungewiss

Auch für die Besucher des Wildnisparks Zürich Langenberg ändert sich etwas. Laut kantonalem Richtplan soll ein neuer zentraler Haupteingang entstehen, und die Besucherparkplätze sollen neu angeordnet werden. Da die baulichen Massnahmen mit dem heutigen Richtplan nicht übereinstimmen, hat der Regierungsrat die geplanten Veränderungen im Wildnispark in der Teilrevision des kantonalen Richtplans berücksichtigt. Sie liegt bis Ende März 2017 öffentlich auf.

In der Teilrevision wird auch bemerkt, dass die Erweiterungs- und Umbauabsichten gewichtige Auswirkungen auf Raum und Umwelt aufweisen, was dazu führt, dass im Planungsverfahren Gemeinde, Kanton und andere Interessengruppierungen mitreden.

Der Startpunkt des Projekts ist noch ungewiss. Auch zur Höhe der Kosten und zur Finanzierung kann Hindenlang noch keine Angaben machen, ausser: «Für die erste Etappe in diesem langen Prozess werden wir nächstes Jahr mit der Spendensammlung beginnen.» Sie hoffe, dass bis 2019 Klarheit herrsche, erklärt die Geschäftsführerin weiter. Dann nämlich feiert der Wildnispark sein 150-Jahr-Jubiläum.