Mobilitäts-Check
Mobilitätsdurchblick: Tram, Velo oder doch Carsharing?

Ein Mobilitäts-Check soll zeigen, wie man täglich optimal von A nach B kommt. Mit wenigen Klicks wird das Mobilitätsverhalten hinsichtlich Komfort, Umwelt, Sicherheit und Gesundheit getestet und Alternativen dazu geprüft.

Sanndra Hohendahl-Tesch
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Die Wahl muss keine Qual sein, der Mobilitätscheck hilft bei der Entscheidung.

Die Wahl muss keine Qual sein, der Mobilitätscheck hilft bei der Entscheidung.

«Wer das optimale Verkehrsmittel wählt, spart Zeit, Geld und Nerven.» Mit diesen Worten wirbt das Tiefbauamt der Stadt Zürich auf seiner Homepage für einen neuen Online-Check, mittels dessen man seine eigene Mobilität unter die Lupe nehmen kann. Bewohner der Stadt Zürich und Personen, die ihren Arbeitsplatz dort haben, können mit wenigen Klicks ihr Mobilitätsverhalten hinsichtlich Komfort, Umwelt, Sicherheit und Gesundheit testen und Alternativen dazu prüfen.

Mit persönlicher Beratung

Wer auf die Internetadresse www.mobilitaetsdurchblick.ch geht, wird zuerst aufgefordert, ein paar Angaben zur Verkehrsnutzung zu machen, etwa ob er ein Auto besitze oder ein Abonnement für den öffentlichen Verkehr. Ist jemand motorisiert, muss er präzise Angaben zum Fahrzeugtyp machen. Im nächsten Schritt geht es um die verschiedenen Wege, die eine Person wöchentlich zurücklegt. Etwa den Arbeitsweg, den regelmässigen Gang zum Einkaufszentrum oder zum Fitnessstudio.

Schliesslich erfolgt die Auswertung der Daten. Diese liefern auf den ersten Blick wenig Erstaunliches: Fährt jemand zum Beispiel ständig mit dem Auto, erhält er bei der Kategorie «Komfort» die maximalen fünf Sterne, bei der Kategorie «Umwelt» indes nur einen. Auch punkto «Sicherheit» und «Gesundheit» fällt die Bilanz negativ aus. Angezeigt wird zudem, wie viel eine Fortbewegungsart monatlich in etwa kostet.

Mobilitätsdurchblick Schweiz

Das Internet-Tool an sich ist nicht neu. «Unter dem Namen Mobilitätsdurchblick Schweiz haben sich vor einigen Jahren verschiedene Kantone, Gemeinden und Unternehmen/Vereine zusammengeschlossen, um ihrer Bevölkerung eine Entscheidungshilfe zur Optimierung der persönlichen Mobilität anzubieten», ist auf der entsprechenden Homepage zu lesen. Neu ist aber, dass dem User die Alternativen zu seiner herkömmlichen Fortbewegungsart aufgezeigt werden.

Der bestehende Check wurde zudem komplett aktualisiert und verbessert. Errechnet wird zum Beispiel, wie sich ein allfälliges Carsharing aufs Portemonnaie auswirken würde oder warum es sinnvoll wäre, das Auto gegen ein E-Bike einzutauschen. Darüber hinaus besteht neuerdings die Möglichkeit, eine kostenlose, persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen, die von Verkehrsexperten durchgeführt wird. Vorausgesetzt, jemand wohnt in einem Einzugsgebiet, das die Plattform unterstützt.

«Die neu aufgeschalteten Zusatzfunktionen waren es, die das Angebot für uns attraktiv gemacht haben», bestätigt Ruth Furrer vom Tiefbauamt. Die Stadt Zürich beteilige sich mit einem «kleinen, vierstelligen Betrag» am Projekt. Man verspreche sich dadurch mehr Transparenz und letztlich weniger Verkehr.

Noch technische Probleme

Wie ein Selbstversuch ergeben hat, funktioniert das Tool aber noch nicht einwandfrei. Wer als Wohnort zum Beispiel Uster und als Arbeitsort Zürich angibt, profitiert nicht von der erweiterten Funktionalität des Online-Checks – obwohl sich das Angebot explizit auch an Pendler richtet, die in der Stadt Zürich arbeiten. «Das technische Problem wird in den nächsten zwei Wochen behoben sein», verspricht Daniel Matti, Mobilitätsexperte und Projektleiter bei der Firma Interface in Luzern, die hinter der Plattform steht.

Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass sich der Kreis der Partner laufend vergrössere. Auch mit dem Kanton Zürich wolle man bald Verhandlungen aufnehmen. Gut möglich also, dass das Angebot bald allen Gemeinden offensteht.