Der Mann, der sein Ticket beim Einsteigen ins Tram gelöst hat und dafür eine Busse kassierte, wollte eigentlich nur einen Termin in der Stadt wahrnehmen, wie "20min" berichtet.

Der Fahrgast besitzt kein Abo, weswegen er begann ein Ticket auf seinem Handy mittels App des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) zu lösen. Wie "20min" schreibt, fuhr das Tram währenddessen ein, der Mann nahm Platz und schloss den Ticketverkauf ab. Ein paar Sekunden darauf wurde der Mann von einem Kontrolleur aufgefordert sein Ticket zu zeigen. 

Als er das vom Fahrgast eben gelöste Mobile-Ticket sah, winkte er ab. Es sei zwar gelöst worden aber nicht vor der Abfahrt des Trams, respektive vor dem Einstieg in das Fahrzeug. Aus diesem Grund verrechnete der Kontrolleur dem Fahrgast einen Zuschlag von 90 Franken.

Der betroffene Fahrgast meint diesbezüglich: «Das finde ich extrem kleinlich, das Tram war zum Zeitpunkt des abgeschlossenen Billetkaufs garantiert noch nicht in Bewegung». Ausserdem, wenn die ZVV schon so unglaublich pingelig sei, dann solle sie doch wenigstens eine richtige Strafbegründung vorweisen. Auf dem Zuschlag stehe nämlich "E-Ticket nach Abfahrt gelöst", was nicht korrekt sei, sagt der Mann gegenüber "20min". Deswegen habe er auch nicht die Richtigkeit der Bussangaben unterschrieben.

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen der ZVV ist dabei festgehalten, dass der Kaufprozess vor Einstieg abgeschlossen sein muss. ZVV-Sprecher Stefan Kaufmann erklärt: «Man kann ja beispielsweise ein Kino oder ein Theater auch nur mit einem gültigen Ticket betreten.» Weiter meint Kaufmann, dass man sich ans Inkasso-Center wenden soll, wenn man das Gefühl habe zu Unrecht gebüsst worden zu sein.

Dies wollte aber der Mann dann doch nicht und bezahlte den Zuschlag von 90 Franken. Dennoch meint er, dass er künftig Termine in der Stadt lieber wieder mit dem Auto wahrnehmen werde. (lgi)