Kindergartenweg
Mit vier Jahren zu jung für den Bus? – Vater klagt gegen Schule

Ein Vierjähriger sollte alleine mit dem Bus in den Kindergarten fahren, so die Forderung der Primarschule Uster. Sein Vater klagte dagegen - mit Erfolg.

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Im Kanton Zürich sind die Sommerferien ab nächster Woche zu Ende, ein neues Schuljahr beginnt. Auch für einen vierjährigen Jungen aus Sulzbach, welcher in den Kindergarten Uster eintritt. Die Distanz zwischen Wohnort und Kindergarten beträgt allerdings über zwei Kilometer.

Deshalb entschied die Primarschule Uster, er solle mit dem Linienbus fahren. Der Vater empfand die Situation als zu gefährlich und wehrte sich gegen den behördlichen Befehl. "Ein Vierjähriger kann noch nicht lesen und ist nicht in der Lage, auf Gefahrensituationen adequat zu reagieren", sagt sein Rechtsanwalt Sandor Horvath gegenüber «TeleZüri».

Ausserdem sei er aufgrund Grösse und Gewicht viel grösseren Unfallgefahren ausgesetzt als ein Erwachsener oder Jugendlicher, so wenn ein Bus beispielsweise abrupt bremsen müsse.

Schule gibt nach

Nach wochenlanger Diskussion gab die Schule schliesslich nach, obwohl sie immer noch an ihrem Standpunkt festhält. "Wir sind der Meinung, dass es zumutbar ist", äussert sich Patricia Bernet, Schulpräsidentin von Uster, zum Fall. Der Junge wäre auch nicht alleine, sondern in einer Gruppe mit dem Bus gefahren, so Bernet.

Dass Kinder mit dem Linienbus zur Schule müssen, ist für Horvarth aber nicht nur in Uster, sondern im ganzen Land ein Problem: "Um Kosten zu sparen besteht in vielen Gemeinden der Anreiz, den Schulbus abzusetzen." Bei Kindergartenkindern sei dies allerdings zu gefährlich.

Mit Sparmassnahmen habe die Situation in Uster nichts zu tun, lässt die Schulpflege verlauten. Fürs Erste fruchtete die Beschwerde des Vaters; der kleine Junge wird ab nächstem Montag mit dem Schulbus nach Uster gefahren. Die Situation werde jedoch laufend geprüft.