Vernissage
Mit viel Geduld erfasst die Spreitenbacher Künstlerin die Zürcher Details

Die Spreitenbacher Künstlerin Magdolna Keel stellt in den Reppischhallen eine Sammlung ihrer Werke aus und begeistert die Betrachter mit ihrer Präzision und Detailverliebtheit.

Anina Gepp
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Magdolna Keel hat ihre Lieblingsorte in Zürich auf der Leinwand verewigt
4 Bilder
Die Besucher sind beeindruckt, mit welcher Präzision Magdolna Keel Orte wie den Belvoirplatz...
oder das Eingangstor zur Barock-Villa Rechberg (Mitte) in Zürich einfängt.
Besucher der Vernissage

Magdolna Keel hat ihre Lieblingsorte in Zürich auf der Leinwand verewigt

Annina Gepp

Magdolna Keel hat 10 Jahre in Zürich gelebt und dort an der ETH Architektur studiert. Viele Plätze hat sie in dieser Zeit besucht und schätzen gelernt. Für das Malen ihrer Bilder ist sie an diese Orte zurückgekehrt und hat einige Momentaufnahmen festgehalten. Wohl am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht ihre Darstellung des Zürcher Lindenhofs. Das intensive Licht- und Schattenspiel der Bäume fasziniert so manchen Betrachter an der Vernissage in den Reppischhahllen in Dietikon. «Einfach nur sensationell», beschreibt Ruth Misteli aus Spreitenbach das Gemälde. Sie bewundert die Geduld, die Keel aufbringt, um jedes noch so kleine Detail einzufangen und perfekt in Szene zu setzen. Schade findet sie hingegen, dass nur grosse Werke der Künstlerin ausgestellt sind. «Ich habe selbst drei kleine Bilder von ihr zu Hause hängen und wünschte, es hätte an dieser Ausstellung auch für diese Formate Platz.»

Besucher Peter Götschel ist ebenfalls fasziniert von Keels Kunst. «Sie beobachtet sehr gut und setzt das, was sie sieht, exakt um», sagt er. Ginge es nach ihm, hätte er der Künstlerin gleich noch den zweiten Raum der Reppischhallen für ihre Kunst zur Verfügung gestellt.

Dass Magdolna Keels Bilder sehr präzise gemalt sind und die Proportionen genau stimmen, fällt dem Betrachter sofort auf. Es müsse wohl an ihrem Architekturstudium liegen, vermuten viele der Besucher. Klar ist, dass Keel gerne an jene Orte zurückkehrt, die sie während ihrer Zeit in Zürich besonders mochte. Ein Bild, das den grossen eisernen Torbogen vor der Barockvilla Rechenberg zeigt, erinnert Keel an ein besonderes Ereignis in ihrem Leben. «Wir haben damals im Zunfthaus zur Meisen unsere Hochzeit gefeiert», sagt sie und lächelt in Erinnerung schwelgend.

An der Kunstaustellung in Dietikon sind nicht nur Werke ausgestellt, die Plätze in Zürich zeigen, sondern auch frühere Bilder der Künstlerin. Viele Naturstudien finden sich unter der Sammlung – vor allem Blumensträusse oder Pflanzen. Keel betrachtet und analysiert die Formen und Farben der Alltagssujets genau und hält sie mit ihren Pinselstrichen auf der Leinwand fest. Auch poetische Bilder haben ihren Platz in der Reppischhalle gefunden, die zum Motto der Veranstaltung «poetischer Realismus» passen. Keel drückt damit ihre Gedanken und Gefühle aus. Manchmal sind die Aussagen der Bilder tiefgründig und nicht auf den ersten Blick zu erkennen, ein anderes Mal klar und knapp. Zu guter Letzt komplettieren fotorealistische Bilder die Sammlung der 74-jährigen Künstlerin aus Spreitenbach. Dazu fotografierte sie in der Natur und malte die Sujets zu Hause nach.

Musikalisch begleitet wird die Vernissage von Heidi Fausch am Cello und Marianne Burkhart, die mit verschiedenen Trommeln die sanften Klänge des Streichinstruments untermalt. Fausch und Keel kannten sich bereits vor der Ausstellung, weshalb Keel der Musikerin sofort vertraute. Das Duo spielt zu verschiedenen Bildern der Ausstellung kurze Sequenzen.

Magdolna Keel – «Poetischer Realismus» 19.9. bis 15.10.2014, Reppischhallen Dietikon

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