Züri Fäscht
Mit Roland Stahel und Robert Kaeser sind zwei Routiniers am Werk.

Bei Roland Stahel laufen seit 27 Jahren die Fäden fürs Züri Fäscht zusammen. Robert Kaeser wirkt seit 2002 auf der politischen Ebene im Hintergrund mit. Unterwegs mit den Festmachern.

Matthias Scharrer
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Züri-Fäscht-Geschäftsführer Roland Stahel (links) und OK-Präsident Robert Kaeser. key

Züri-Fäscht-Geschäftsführer Roland Stahel (links) und OK-Präsident Robert Kaeser. key

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Roland Stahel schaltet sein Handy aus, als er die Medienleute zum Rundgang empfängt, um ihnen zu zeigen, wie die Vorbereitungen zum Züri Fäscht laufen. «Sonst kämen wir nirgends hin», sagt der 56-Jährige. In den Tagen vor dem grössten Volksfest der Schweiz, das am Freitag beginnt, läute sein Telefon etwa alle 30 Sekunden. Bei Stahel laufen alle Fäden des Züri Fäschts zusammen – und das seit 27 Jahren. So lange ist er inzwischen Geschäftsführer des Züri Fäschts.

Um die Sicherheit auf dem Zürichsee beim Züri Fäscht zu gewährleisten werden Bojen ins Wasser gelassen. Das Züri Fäscht findet vom Freitag, 5. Juli bis Sonntag, 7. Juli 2013, statt.
5 Bilder
Ein Gotthard-Tunnel aus Holz führt zum Auftritt des Gastkantons Tessin.
Schausteller montieren ihre Stände.
Vom Kirchturm St. Peter für ein Seil zum Grossmünster. Hier Balanciert Hochseilartist Alfons Bügler.
Der Aufbau des Riesenrads dauert zwei Tag.

Um die Sicherheit auf dem Zürichsee beim Züri Fäscht zu gewährleisten werden Bojen ins Wasser gelassen. Das Züri Fäscht findet vom Freitag, 5. Juli bis Sonntag, 7. Juli 2013, statt.

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Nicht ganz so lange dabei ist Robert Kaeser (62): Der alt Gemeinderat (FDP) und PR-Berater präsidiert seit 2002 das Organisationskomitee des Züri Fäschts und den dahinter stehenden Verein Zürcher Volksfeste. Während Stahel eng mit den Schaustellern und Festbeizern zusammenarbeitet, ist Kaeser für die Kontakte mit Politikern zuständig. So bespricht er hinter den Kulissen Probleme, die bei der Festplanung auftreten, mit Vertretern von Stadt und Kanton. Beim letzten Züri Fäscht habe er beispielsweise mit Baudirektor Markus Kägi ausgehandelt, dass die Landiwiese als Ersatz für die Baustelle Sechseläutenplatz zur Verfügung stand. Diesmal ist es der Hafen Enge. Und dass mit dem Tessin erstmals ein Gastkanton am Züri Fäscht vertreten ist, war seine Idee.

Während Kaeser ehrenamtlich wirkt, ist das Züri Fäscht Stahels Beruf. Die Vorbereitungen für das Fest, das alle drei Jahre stattfindet, beanspruchen ihn jeweils während anderthalb Jahren. Daneben organisiert er im Namen des Vereins Zürcher Volksfeste auch andere öffentliche Anlässe: So wirkte er bei der Euro 08, bei der Expovina und beim Opera Openair mit. Nächstes Jahr ist er für die Logistik der Rahmenveranstaltungen zur Leichtathletik-Europameisterschaft zuständig, die auf dem Sechseläutenplatz geplant sind.

Beim Rundgang grüsst Stahel alle paar Minuten Menschen, die mit den Festvorbereitungen beschäftigt sind. Zuerst wurden die grossen Geräte aufgestellt wie das Riesenrad beim Stadthaus oder ein Zeltdach zwischen den Bäumen am See. Die kleinere Feststände kommen erst in letzter Minute am Freitag. «Wir können ja nicht die Stadt für eine ganze Woche sperren», sagt Stahel.

Ein spezielles Augenmerk richteten die Festmacher diesmal auf die Fluchtwege beim Engpass Quaibrücke. Diverse Stände wurden laut Stahel umplatziert, um auch für den Fall einer Massenpanik gewappnet zu sein – eine Folge der Tragödie bei der Love Parade in Duisburg.

«Was man organisieren kann, ist organisiert», sagt Routinier Stahel. Nun miete er, der sonst in Rümikon bei Winterthur wohnt, sich ein Hotelzimmer in Zürich und hoffe, dass alles gut gehe.