Berufsinformationszentrum Zürich

Mit «Ithaka» den Einstieg ins Berufsleben finden - Mentoren brauchen dabei viel Geduld

Ein Mentorat dauert normalerweise rund fünf Monate. (Themenbild)

Freiwillige helfen Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Lehre.

Der Übergang von der obligatorischen Schulausbildung in das Berufsleben kann holprig verlaufen. Jugendliche stehen in dieser Lebensphase vor Fragen, die sie überfordern können; neue Herausforderungen müssen bewältigt und ungewohnte Verhaltensweisen verinnerlicht werden. Damit der Eintritt in die Berufswelt besser gelingt, gibt es das Angebot Ithaka der Berufsinformationszentren (BIZ) im Kanton Zürich. Dieses ursprünglich vom Bund finanziell unterstützte Programm hat sich zum festen Angebot der kantonalen Bildungsdirektion etabliert und besteht seit elf Jahren. Vier Verantwortliche führen rund 200 berufserfahrene Mentorinnen und Mentoren. Diese begleiten auf freiwilliger Basis etwa gleichviele Jugendliche am Ende der zweiten oder dritten Sekundarstufe beim Übertritt ins Berufsleben.

Hohe Frustrationstoleranz nötig

Der ungewöhnliche Name «Ithaka» geht auf die griechische Mythologie zurück. Odysseus Sohn, Telemach, lebte einst auf Ithaka. Weil sein Vater viel auf Reisen war, sorgte ein Freund der Familie, Mentor, für das Wohl und die Ausbildung des Kindes.

Im Mentoring Ithaka werden Jugendliche mit erfahrenen Berufspersonen zusammengeführt. Mit diesen ehrenamtlichen Mentoren gibt es wöchentliche Treffen, oft zusätzlich auch Telefonate, um sie schrittweise in die Berufswelt einzuführen. «In der Regel dauert ein Mentorat rund fünf Monate», sagt Susanne Roth, Leiterin Mentoring Ithaka beim Amt für Jugend und Berufsberatung, welchem die kantonalen Berufs- und Informationszentren angehören.

Neben Berufs- und Lebenserfahrung, Know-how im Bereich Lehrstellensuche und Freude am Umgang mit Jugendlichen müssten die Mentoren viel Geduld, eine hohe Frustrationstoleranz und Durchhaltewillen mitbringen. Bei der Zuordnung von Jugendlichen und ihren Mentoren achtet die zuständige regionale Verantwortliche des BIZ darauf, dass die Mentorinnen aus einem ähnlichen Berufsfeld stammen wie das, in welchem die Jugendlichen ihre Lehrstelle suchen und in ähnlichen Regionen wohnen oder arbeiten. «Damit sind die Treffen einfacher zu organisieren», sagt Roth.

Die Gründe für die Stolpersteine, auf die Jugendliche beim Übertritt ins Berufsleben treffen, könnten vielfältiger nicht sein. Die zu bewältigenden Herausforderungen sind gross. Nicht alle Eltern haben genügend Zeit, verfügen über die notwendigen Sprachfähigkeiten oder sind mit dem hiesigen Bildungssystem genügend vertraut, um ihre Kinder bei Fragen rund um die Arbeitsplatzsuche, dem Verfassen von Bewerbungen oder dem Vorbereiten auf Vorstellungsgespräche zu unterstützen.

Die Begleitung zeigt seine Wirkung. «Alle Jugendlichen, welche ihr Mentorat abschliessen, finden eine für sie passende Anschlusslösung. Mehr als 60 Prozent der Jugendlichen schaffen den direkten Einstieg ins Berufsleben, die anderen besuchen ein Berufsvorbereitungsjahr, ein Motivationssemester oder ein Praktikum», so Roth.

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