Nelson Pub
Mit diesen Waffen kämpft die Zürcher Juso gegen Homophobie

Die Juso hat nach dem Rauswurf des schwulen Paares im Nelson Pub zu einer Kuss-Demonstration aufgerufen, um gegen Homophobie ein Zeichen zu setzen. Zu einer Versöhnung zwischen den Konfliktparteien kam es nicht.

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Andrea Simonett, Organisator der Demonstration, bringt noch mehr Ballons.
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Kiss in Demo Nelson Pub
Rund 40 Aktivisten schlossen sich der Demo an.

Andrea Simonett, Organisator der Demonstration, bringt noch mehr Ballons.

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Der Rauswurf des schwulen Paares am vergangenen Wochenende schlug hohe Wellen: Während sich das Nelson Pub in einem regelrechten Shitstorm auf den sozialen Medien wiederfand, rief die Juso am Mittwoch zu einer Demonstration vor dem Gastrobetrieb auf. Auch heutzutage sei Homophobie immer noch in unserer Gesellschaft verankert, selbst in einer Weltstadt wie Zürich. "Die Aktionsgruppe Gleichstellung der Juso Kanton Zürich sah sich aufgefordert, gegen diese Diskriminierung ein Zeichen zu setzen", schreiben sie in einer Mitteilung.

Unter dem Namen "Kiss In" sollte der öffentliche Tabubruch des gleichgeschlechtlichen Kusses zelebriert werden. Mit Erfolg: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Anlass", sagt Organisator Andrea Simonett auf Anfrage. In kurzer Zeit sei es ihnen gelungen, rund 40 Aktivisten zu mobiliseren, welche sich gut gelaunt und farbig - sie waren mit Ballons, Schildern und glitzernden Gesichtern bewaffnet – vor dem Nelson Pub aufbauten. Ein wichtiger Punkt war gegen Homophobie ein Zeichen zu setzen. Und das sei ihnen gelungen, ist Simonett überzeugt. Dafür sprechen auch die positiven Reaktionen der umstehenden Personen und die vielen Teilnehmenden.

Die Mitarbeiter vom Nelson hätten sie mit entgeisterten Blicken angestarrt, als sich die Teilnehmer der friedlichen Kundgebung vor sie hinstellten. Einzig Wolfgang Mock, Mitbesitzer des Nelson Pubs, mischte sich unter die Demonstranten – um Labellos zu verteilen. "Küssen ist bei uns erlaubt", sagt Mock zu den Anschuldigungen gegenüber "TeleZüri". Die Labellos habe er verteilt, damit die Küssenden ihre Lippen weich halten können.

Während er den Vorfall am Wochenende als "riesiges Missverständnis" bezeichnet, zeigt sich die Gegenseite unversöhnlich. Simonett wünscht sich eine öffentliche Entschuldigung und die Versicherung, dass sich eine solche Szene im Nelson Pub nie mehr wiederholen wird. Auch die Labello-Aktion kam nicht gut an: "Das macht für mich einen bemitleidenswerten Eindruck." (sme)