Winterthur

Mit der Zentralisierung kann nicht soviel gespart werden wie versprochen

In diesem Superblock werden fast alle Verwaltungseinheiten zusammengelegt.

In diesem Superblock werden fast alle Verwaltungseinheiten zusammengelegt.

Mit der Zentralisierung der Winterthurer Stadtverwaltung können gemäss einer Zwischenbilanz rund 2,44 Millionen Franken pro Jahr gespart werden. Das sind rund 400'000 Franken weniger als vor der Abstimmung im 2010 als Minimum versprochen worden war.

Gründe für die höheren Kosten seien einerseits die Teuerung, andererseits die grössere Anzahl geplanter Arbeitsplätze am zentralen Standort im Sulzerareal Stadtmitte, teilte der Stadtrat am Donnerstag mit.

Ab Juni 2015 ziehen 26 der 27 vorgesehenen Verwaltungseinheiten ins den "Superblock". Die drei Betreibungsämter und die Arbeitsintegration bleiben am bisherigen Standort. Hingegen wird auch Stadtpräsident Michael Künzle an den neuen Hauptsitz der Stadtverwaltung umziehen.

Noch sei das Grossprojekt in Entwicklung und einige Zahlen seien als Prognose zu sehen, heisst es in der Mitteilung. Aufgrund der Machbarkeitsstudien werde mit Einnahmen von rund drei Millionen Franken aus der Vermietung der 13 frei werdenden Liegenschaften gerechnet. Auf rund 600'000 Franken werden die Einsparungen geschätzt, die mit verbesserten Abläufen erreicht werden sollen.
Höhere Ausgaben

Relativ genau zu beziffern sind laut Stadtrat die Ausgaben. Gegenüber der Abstimmungsvorlage seien einige Veränderungen zu verzeichnen, die Einfluss auf die Kosten haben.

Zwar werden 26 und nicht 27 Einheiten in den neuen Hauptsitz im Sulzerareal Stadtmitte umziehen; die Anzahl Arbeitsplätze steigt jedoch von 820 gemäss Abstimmungsvorlage auf 900. Die gemietete Fläche ist deshalb 2430 Quadratmeter grösser als ursprünglich vorgesehen und beträgt neu 25'850 Quadratmeter.

Die grössere Fläche habe höhere Mietkosten sowie höhere Neben- und Betriebskosten zur Folge, so der Stadtrat. Zudem müsse ein zusätzliches externes Lager gemietet werden, da nicht alle Dokumente eingescannt werden könnten, sondern physisch gelagert werden müssten.

Höhere Kosten entstehen auch wegen den speziellen Anforderungen an den Innenausbau und die Sicherheit. Die Investitionen für die Kommunikationsverkabelung werden neu vom Totalunternehmen getragen. Dadurch sinken die Investitionen der Stadt, dafür fallen die Mietkosten höher aus.
Von Vorteilen überzeugt

Die Gesamtjahreskosten werden aufgrund dieser Veränderungen jährlich um rund 1,04 Millionen Franken höher ausfallen als ursprünglich berechnet. Vergleichbar mit der Abstimmungsvorlage seien dagegen die Kosten von rund 11'900 Franken pro Arbeitsplatz, schreibt der Stadtrat.

Ziel sei es, die Kosten weiter zu senken, indem etwa bei Submissionen Funktionalität und Preis Vorrang vor dem Kriterium Design haben. Kosteneinsparungen erzielt worden seien bereits durch den Kauf von neuwertigem Mobiliar aus zweiter Hand oder einer funktionalen Beleuchtung für den Stadtratssaal.

Auch wenn das zu erwartende finanzielle Sparpotenzial gemäss neuester Zwischenbilanz kleiner ausfällt: Der Stadtrat ist überzeugt, dass das Projekt Zentralisierung positive Auswirkungen hat. Die Bevölkerung erhalte eine Anlaufstelle unter einem Dach, und die Zusammenarbeit der einzelnen Verwaltungseinheiten werde durch die räumliche Nähe erleichtert. (sda)

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