Die rot-weissen Abschrankungen auf dem Perron der Gleise 6 und 7 zeugen davon, dass sich am Bahnhof Altstetten in der kommenden Zeit etwas tun wird. Wie die SBB mitteilen, haben die ersten Vorarbeiten für den bevorstehenden Bau einer Passerelle über die Gleise begonnen. Bis Ende August entstehen vier Treppentürme, bevor dann ein Kran während mehreren Nächten die Querelemente anbringt. Eröffnet wird die Pendlerbrücke aber erst im Oktober: «Im September ist sie im Rohbau fertig. Dann werden Signale und Informationsmonitore angebracht», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi.

Die Eröffnung der Passerelle im Herbst läutet den Ausbau der mittleren Unterführung am Bahnhof ein. Es handelt sich dabei um das Kernstück des seit Anfang Jahr laufenden Modernisierungsprojektes, das noch bis Ende 2020 dauert. Während dieser Zeit gelangen Zugreisende zwischen Europabrücke und Bahnhof über die Passerelle auf die Perrons.

Einfacher zugänglich

Während der fast zwei Jahre dauernden Bauarbeiten bei der mittleren Unterführung wird diese von heute 4 auf 12,5 Meter Breite erweitert. Weil es künftig genügend stufenfreie Zugänge geben soll, entstehen im Zuge des Unterführungsausbaus vier neue Personenlifte. Zudem werden die Perrons der Gleise 2, 6 und 7 erhöht, damit öV-Reisende stufenfrei ein- und aussteigen können.

Der neue Übergang bleibt allerdings nur provisorisch.

Der neue Übergang bleibt allerdings nur provisorisch.

Ebenso soll das Perron beim Gleis 2 so erweitert werden, dass künftig Platz für Billettautomaten und Informationsmonitore vorhanden ist. Demnächst schon können Pendler ihre Billette an «modernsten Automaten» lösen. Bezüglich der Geräte halten sich die SBB aber bedeckt: «Es handelt sich um ein Pilotprojekt. Weiteres geben wir bei der Einführung bekannt», sagt Pallecchi. Das Reisezentrum mit den bedienten Schaltern werde aber weiterhin bestehen bleiben.

Das 65,7-Millionen-Franken-Projekt umfasst neben dem Rückbau vom Gleis 1 auf der Seite des Altstetterplatzes auch Anpassungen des SBB-Gebäudes beim Vulkanplatz. Künftig soll es dort Platz für einen Take-away-Betrieb geben. Zudem werden im Rahmen der Bahnhofsmodernisierung der Fahrstrom angepasst und sechs Weichen erneuert.

Bahnhof passt sich Umgebung an

Kaum ein Gebiet auf Stadtzürcher Boden hat sich so stark gewandelt, wie der Raum rund um den Bahnhof Altstetten. So wurde 2011 die Tramverbindung aus dem Kreis 5 bis nach Altstetten verlängert. Mit der Eröffnung der Zürcher Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal wird diese Verkehrsachse seit 2014 deutlich mehr beansprucht.

Diese Frequenz dürfte sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Erst im vergangenen Jahr wurde das Areal Westlink, das 155 Wohnungen, Gewerbe und Gastronomie beheimatet, fertiggestellt. Damit aber nicht genug: In drei Jahren soll beim Altstetterplatz die Endhaltestelle der Limmattalbahn in Betrieb gehen. 2022 erfolgt die planmässige Eröffnung des Eishockeystadions nahe des Bahnhofes. Weitere Wohn- und Bürokomplexe im angrenzenden Zürich-West dürften den Pendlerstrom zum und vom Bahnhof Altstetten künftig ebenfalls verstärken.