Schlieren
Mit dem Tram ins Schlieremer Zentrum

Das Limmattal wird nicht nur mit der Limmattalbahn erschlossen, die bis in den Aargau reicht, auch die Stadtzürcher Tramlinie2 wird über die Stadtgrenze hinaus bis nach Schlieren verlängert.

Alfred Borter
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Der Bahnhof Altstetten ist heute nur mit Bussen verknüpft, künftig wird er auch von der Limmattalbahn und dem Tram bedient. abr.

Der Bahnhof Altstetten ist heute nur mit Bussen verknüpft, künftig wird er auch von der Limmattalbahn und dem Tram bedient. abr.

Limmattaler Zeitung

Wie Stadträtin Ruth Genner als Vorsteherin des Tiefbaudepartements zusammen mit Fachleuten der Stadt und des Verkehrsverbunds bekannt gab, haben Stadt und Kanton soeben eine Vereinbarung über ein neues Linienkonzept unterzeichnet. Es soll Gewähr dafür bieten, dass der künftig erwartete Verkehr erfolgreich abgewickelt werden kann.

Auf dem gleichen Gleis

Stadt und Kanton kamen überein, es sei am besten, die geplante Limmattalbahn bis zum Bahnhof Altstetten zu führen und das Tram, mit einem kleinen Umweg zum SBB-Bahnhof, über den heutigen Endpunkt Farbhof hinaus bis nach Schlieren zu verlängern. So entsteht zwischen Altstetten und Schlieren eine Doppelführung des städtischen Trams und des neuen Verkehrsmittels im Limmattal. Man erhalte so den grössten Kundennutzen, führte Genner aus, würden doch gute Verbindungen aus dem Limmattal in die Stadt und umgekehrt geschaffen. Zudem ergäben sich in Schlieren und Altstetten hervorragende Anschlüsse an die S-Bahn. «Für den öffentlichen Verkehr ist das eine Chance», sagte Genner.

Das ist darum von Wichtigkeit, weil sowohl im Limmattal wie in Altstetten überproportional viele neue Arbeitsplatzgebiete am Entstehen sind und Wohnhäuser hochgezogen werden. Auf der nördlichen Seite des Bahnhofs Altstetten wird das Tram Zürich-West enden, am Vulkanplatz wird längst gearbeitet.

Aufwertung des Strassenraums

Aus der Strasse zwischen Lindenplatz und Bahnhof Altstetten, wo neu das Tram verkehrt, schliesst man den Privatverkehr aus, in der Meinung, hier solle eine Flaniermeile entstehen, wo man nicht nur gerne einkaufe, sondern sich auch mit Vergnügen aufhalte.

Insgesamt will man die Zahl der Bäume im Vergleich zu heute um etwa die Hälfte erhöhen; allerdings müssen die meisten Bäume gefällt werden, weil sie sich für das neue Konzept an den falschen Orten befinden.

Die Badenerstrasse als Einfallsachse für den Autoverkehr bleibt bestehen, man wertet aber auch sie mit Alleebäumen auf. Die Hohlstrasse als zweite Einfallsachse bleibt ebenfalls für den Autoverkehr offen, auch wenn künftig der Fussgängerverkehr über diese Strasse stark zunehmen dürfte, trennt sie doch die Haltestellen von Limmattalbahn, Tram und Bus vom SBB-Bahnhof. Damit keine Friktionen entstehen, wird eine Lichtsignalanlage installiert.

Baubeginn für 2017 vorgesehen

Die Realisierung der Veränderung im Tram- und Buskonzept soll gleichzeitig mit dem Bau der Limmattalbahn erfolgen. Der Baubeginn für die Limmattalbahn ist im ersten Halbjahr 2017 vorgesehen, die Stadt will kurz darauf mit ihrem Teil anfangen. Die Inbetriebnahme soll schrittweise erfolgen, den heutigen Plänen gemäss ab 2019. Im Jahr 2022 soll man bis Killwangen fahren können, dem vorläufigen Ende. Allerdings ist dieser Terminplan nur dann einzuhalten, wenn die zuständigen Instanzen, insbesondere auch die Parlamente und möglicherweise das Volk, ihre Zustimmung geben.

Die Gesamtkosten für die Limmattalbahn werden gegenwärtig grob auf 600 bis 700 Millionen Franken geschätzt, die Stadt Zürich rechnet für ihren separaten Teil mit zusätzlichen Aufwendungen von 110 Millionen Franken, allerdings inklusive der Erneuerung von Werkleitungen.

Auf die Frage, wie denn die Quartiervertreter aus Altstetten auf die Vorstellung des Vorhabens reagiert hätten, bekam man zu hören, sie hätten das Ganze sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen.