Rechnung 2016
Mit 288 Millionen im Plus: Stadt Zürich verzeichnet rekordhohe Steuereinnahmen

Zürich wächst, investiert und floriert: Die Laufende Rechnung der Stadt Zürich schliesst mit 288 Millionen Franken im Plus - 280 Millionen mehr als budgetiert. Das Eigenkapital erhöht sich auf über eine Milliarde Franken. "Das Ergebnis zeigt, dass der Stadtrat die Kosten im Griff hat", sagte Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) am Dienstag vor den Medien.

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Der Paradeplatz in Zürich - Symbol und Herz des Bankenplatzes Schweiz mit dem Gebäude der UBS (Mitte) und der Credit Suisse (rechts).

Der Paradeplatz in Zürich - Symbol und Herz des Bankenplatzes Schweiz mit dem Gebäude der UBS (Mitte) und der Credit Suisse (rechts).

/KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Wie viel kostet ein Jahr Zürich? Der Stadtrat hatte rund 8,7 Milliarden Franken an Ausgaben für das Jahr 2016 veranschlagt. Am Montag präsentierte Finanzvorstand Daniel Leupi die Rechnung. Darin hat Zürich 288 Millionen Franken mehr eingenommen als benötigt und schlägt sie dem Eigenkapital zu. Dieses erhöht sich auf etwas über eine Milliarde Franken.

Daniel Leupi (Grüne). Keystone

Daniel Leupi (Grüne). Keystone

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Das gute Ergebnis führte Leupi auf ausserordentliche Steuereinnahmen, Sondereffekte und Budgetdisziplin in der Verwaltung zurück. Die Einwohnerinnen und Einwohner haben 61 Millionen mehr Steuern bezahlt als budgetiert, die Quellensteuern waren 25 Millionen höher als erwartet.

Die Grundstücksgewinnsteuern wiesen mit einem Total von rund 251 Millionen gegenüber dem Budget ein Plus von 41 Millionen Franken aus. "Das ist ein Ausdruck dessen, was auf dem Immobilienmarkt in Zürich läuft", sagte Leupi.

Der Steuerfuss bleibt

Der Steuerertrag hat sich seit dem Einbruch während der Finanzkrise 2008 stetig erhöht und im Jahr 2016 einen neuen Rekordwert erreicht. "2016 hatten wir einen Extremwert. Wir gehen nicht davon aus, dass es so weitergehen wird", sagte Leupi. So schloss er am Dienstag auch eine Senkung des Steuerfusses aus.

Trotz des guten Abschlusses und der deutlichen Erhöhung des Eigenkapitals ist dies kein Thema. Leupi sieht durch die Leistungsüberprüfung 2016 des Kantons und durch die Steuervorlage 17 des Bundes Belastungen auf die Stadt zukommen. Ausserdem baue die Stadt weiterhin Schulhäuser.

Komfortable Finanzlage

Zusätzlich hat der Finanzvorstand ab der Rechnung 2017 mit dem städtischen Aktienanteil am Flughafen einen unwägbaren Faktor auf der Hand. 2016 hat die Aktie zugelegt wie in den vergangenen Jahren und knapp 122 Millionen Franken zum guten Ergebnis beigetragen.

Allerdings wird der Ertrag aus den Flughafenaktien neu direkt in die Rechnung einfliessen und nicht wie bisher, falls nötig, mittels einer Reserve aufgefangen werden können. "Schwankt der Aktienkurs nur um zehn Prozent", sagte Leupi, "macht das in der Rechnung 30 Millionen mehr oder weniger aus".

Der Stadtrat verfolge eine langfristig ausgelegte Finanzpolitik. "Dabei kann das Eigenkapital ein negatives Jahr auffangen, damit wir nicht das Steuer radikal herumreissen müssen", sagte Leupi. Die Stadt kann einen Teil der langfristigen Schulden abbauen, Rückstellungen für Zahlungen in den Finanzausgleich vornehmen und weist einen Selbstfinanzierungsgrad von 120 Prozent aus.