Dirndlkleider, kurze Lederhosen, blanke Männerwaden und Wildlederschuhe: Auf dem Zürcher Bauschänzli ist Oktoberfest. Es begann gestern mit dem Anstich des Bierfasses, zu dem Organisator Fred Tschanz eingeladen hatte.

Tschanz fährt mit einer Pferdekutsche vor. Mit ihm steigt Mister Schweiz Sandro Cavegn als Ehrengast aus. Kurz darauf sitzt Cavegn am Promitisch, mit ihm Hanspeter Danuser, der langjährige Tourismusdirektor von St. Moritz. Es sollen weitere Promis kommen: Boxer Stefan Angehrn und Bandleader Pepe Lienhard. Aber sie sind noch nicht da.

Im Festsaal füllen sich die Bankreihen. Es sind vornehmlich ältere Semester. Sie klatschen mit, wenn die «Platzl-Kapelle» bayrische Blasmusik spielt. Die Musiker haben bis vor drei Tagen noch die Besucher der Münchner Wiesn unterhalten. Direkt vom grössten Bierfest der Welt sind auch die Kellnerinnen gekommen. Stefan Angehrn ist angekommen, aber er setzt sich nicht an den Promitisch.

«Platzl-Kapelle» spielt Sechseläutenmarsch

Als sich die erste Bierseligkeit einstellt, stimmt die «Platzl-Kapelle» den Sechseläutenmarsch an. Tschanz betritt die Bühne und sagt: «Hopfen und Malz erhalts.» Applaus, die Kapelle spielt einen Tusch. «Vor siebzehn Jahren», so Tschanz, «habe ich das Münchner Oktoberfest kopiert und nach Zürich importiert.» Applaus, Bravorufe, Tusch.

Dann ruft Tschanz den Ehrengast auf die Bühne. Cavegn soll den Anstich machen. «Ich habe nicht geübt», ruft Cavegn, «ich hoffe, ich bringe ihn rein.» Weil mit der Bierseligkeit auch das Zotige Einzug hält, ist die Heiterkeit gross.

Sie wird noch grösser, weil Cavegn der Anstich nicht gelingen will. Achtmal schlägt er auf den Zapfhahn und beim neunten Schlag fällt der Hahn zu Boden. Cavegn sagt: «Er hält nicht.» Die Profis helfen, sodass doch noch Bier gezapft werden kann.

Tschanz ruft: «Als Mister Schweiz ist er super, aber anstechen kann er nicht. Da ist er eine Pumpi.» Den Frauen ist es egal, sie stehen Schlange, um sich mit Cavegn oder Angehrn ablichten zu lassen. Pepe Lienhard fehlt noch immer. Er stehe im Stau, heisst es.