Volketswil
Missbrauchsfall in Kinderkrippe: Eltern kritisieren Behörden massiv

Die Eltern der Kinder in der Krippe „Purzelbaum" in Volketswil kritisieren die Untersuchungsbehörden massiv in der Frage der Kommunikation zum gravierenden Missbrauchsfall.

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Wer Kinder missbraucht, soll künftig keine Anstellung in Heimen mehr finden (gestellte Aufnahme). keystone

Wer Kinder missbraucht, soll künftig keine Anstellung in Heimen mehr finden (gestellte Aufnahme). keystone

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Dies wurde an einer Informationsveranstaltung in der Krippe vom Freitagabend klar, wie die Zeitung „Der Sonntag" berichtet. Dabei wurden die Behörden von den 71 anwesenden Väter und Mütter aufgefordert, vollständig zu informieren.

Notfallpsychologe Herbert Wyss bestätigt die Angaben und erklärt, die Eltern seien verunsichert. Sie hätten nur den Stand der Medienmitteilung der Zürcher Staatsanwaltschaft. Deren Sprecher Ulrich Weder wies die Kritik gegenüber dem „Sonntag" zurück: „Wir haben die Eltern der missbrauchten Kinder orientiert. Dass sie angehalten wurden, sich öffentlich nicht über das Verfahren zu äussern, hat untersuchungstaktische Gründe."

Fotos und Video angefertigt

Der verhaftete Betreuer hat vom zweieinhalbjährigen Opfer in der Krippe Fotos und Videos angefertigt. Ob es weitere Opfer gibt, ist laut Staatsanwalt Weder „unbestimmt". Er bestätigt, dass sich der Angeschuldigte infolge Suizidgefahr in einer psychiatrischen Klinik befindet. Der gravierende Fall könnte auch Folgen für die Krippenleitung haben. Nach Informationen des «Sonntags» ist den Eltern ursprünglich eine Doppelbetreuung ihrer Kinder in Aussicht gestellt worden. Dennoch war der Mann offensichtlich unbeobachtet, sodass die Sorgfaltspflicht verletzt worden sein könnte.

«Es werden alle Facetten des Sachverhalts geklärt», sagt Weder dazu. Der Präsident der Kinderkrippe Ernst Voegeli hat seine Ferien abgebrochen und erschien am Freitagabend ebenfalls zu der Elternveranstaltung. Dabei drückte er seine Betroffenheit aus, übernahm die Verantwortung und entschuldigte sich bei den Eltern. Diesen wurde per Mail eine Liste mit Beratungsstellen zugestellt. Für zwei Elternpaare kommt sie zu spät: Sie haben drei Kinder aus der Krippen genommen, weil sie das Vertrauen in die Institution verloren haben.