Dominique Rinderknecht lehnt sich über das Geländer der Polyterrasse der ETH und blickt hinunter auf Zürich. Hier ist die 23-jährige gross geworden, hier lebt sie bis heute. Die amtierende Miss Schweiz kann sich nicht vorstellen, der Limmatstadt einmal den Rücken zuzukehren. «Ich liebe Zürich», sagt sie.

Die Polyterrasse der ETH zählt zu den Lieblingsorten der Miss Schweiz. Während ihrer Studienzeit an der Uni verbrachte die Publizistikwissenschaftsstudentin hier oft und gerne ihre Lernpausen. «Vor allem im Sommer kam ich mit Freunden her, um zu verschnaufen, zu essen und zu plaudern», so Rinderknecht. Es sei der beste Ausblick über Zürich.

Modelmasse verlangen Schweiss

Um auf der Polyterrasse zu verweilen, bleibt Rinderknecht seit ihrer Wahl zur schönsten Frau der Schweiz nicht mehr viel Zeit. Viel öfters ist die Zürcherin jetzt im Fitnessstudio anzutreffen. Zwei Mal in der Woche trainiert sie im «Nextlevel Personal Training» unweit vom Bahnhof Selnau. «Hey Domi, schön dich zu sehen», ruft Personaltrainer Raphy Biedermann der kurzhaarigen Blondine bei Betreten des Studios zu. Er empfängt sie mit einer herzlichen Umarmung.

Doch so harmonisch ist der Umgang der beiden nicht immer. Für den Erhalt ihrer Modelmasse fliesse viel Schweiss und das Training sei extrem hart, wie Rinderknecht sagt. «Manchmal hasse ich all die Übungen und meinen Trainer Raphy gleich mit», sagt die Miss und lacht. Er nehme ihr das zum Glück nicht übel und sei sich die bösen Blicke schon gewohnt. «Wir sind mittlerweile gut befreundet», so Rinderknecht. Die Mitarbeiter des Fitnessstudios trifft sie nicht mehr nur beim Trainieren an. Auf der Dachterrasse des Fitnessstudios geniesse sie ab und an einmal einen feinen Apéro mit dem ganzen Team oder man treffe sich an einer Party.

Vor der Miss-Schweiz-Wahl habe sie für sich alleine trainiert und gerne einmal eine Stunde ausgelassen, wenn es ihr gerade nicht nach Sport war, so Rinderknecht. Dass sich das Geld für einen professionellen Trainer lohne, hätte sie nie gedacht. Doch das Training sei nun viel effektiver und ihre Motivation das Gefühl nach dem Training. «Ich fühle mich seither einfach viel lebendiger», sagt sie.

Gemütliches Essen und Wein

Nach einem auspowernden Training gönnt sich die Miss auch gerne einmal ein leckeres Essen. Dafür besucht sie am liebsten ihre Freunde Rahel Tschumi und Marco Giuliani, die das Restaurant «Antiquario da Marco» in Zürich Hirslanden betreiben. Rinderknecht kennt das Paar noch aus ihrer Kindheit. «Rahel war früher meine Babysitterin.

Sie gehört fast zur Familie», sagt sie und schmunzelt. Entsprechend familiär wird die Miss hier empfangen und sofort bedient. Rinderknecht bestellt ein kalorienfreies Süssgetränk. «Wenn ich zum Essen herkomme, bestelle ich immer Piccata Milanese», sagt sie. Das sei ein Kalbsplätzli gewendet in Ei und Mehl. «Dazu dann die scharfen Spaghetti?», ruft Uschi Giuliani, die Mutter des Besitzers, hinter der Theke hervor. «Lieber nur mit Gemüse», entgegnet Rinderknecht.

Die Miss Schweiz geniesst es hierherzukommen und nicht dem ganzen Trubel von Fans ausgesetzt zu sein. «Das Restaurant ist nicht mitten im Kuchen, das ist toll.» Oft komme sie her mit Freunden, trinke ein Gläschen Wein und feiere anschliessend im Club «Bellevue» weiter. Für ihren Hund Muffin, der die Miss zu fast allen Terminen begleitet, sei es ebenfalls ein Fest, ins Antiquario zu gehen. Er habe sich in die Hündin der Wirte, die kleine weisse Gini, verguckt. «Wenn die beiden aufeinander treffen, herrscht Ausnahmezustand», sagt Rinderknecht.

So gut es der Miss in Zürich gefällt, von einem längeren Aufenthalt in London oder New York träumt sie ab und an trotzdem. «Für ein Jahr wäre das ein wahnsinnig tolles Erlebnis», verrät Rinderknecht. Danach würde sie aber wieder zurückkommen wollen. «Die Lebensqualität ist nirgends so hoch wie hier», ist sie sich sicher. Ausserdem hänge sie zu sehr an ihrer Familie.