Das Gericht sprach den Beschuldigten im Sinne der Anklage des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen Urkundenfälschung sowie der mehrfachen Geldwäscherei schuldig. Diversen Privatklägern muss er Schadenersatz zahlen. Zudem hat er die Verfahrenskosten und die Gerichtsgebühr zu tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Beschuldigte war von Anfang an geständig, die Anklagepunkte waren also nicht bestritten. Beim Strafmass lagen Anklage und Verteidiger nur wenig auseinander: Der Staatsanwalt hatte eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 10 Monaten gefordert, der Verteidiger 6 Jahre.

Schweres Verschulden

Das Verschulden Vossens wiege schwer, sagte der Gerichtspräsident in der müdlichen Urteilsbegründung. Er betonte die Dauer des Delinquierens von mehr als elf Jahren, 33 Personen seien geschädigt worden. Stark ins Gewicht gefallen sei für das Gericht, dass teils enge Freunde und sogar die Eltern des Beschuldigten unter den Geschädigten waren.

Er habe deren Vertrauen ausgenutzt. Dies zeuge von einer erheblichen kriminellen Energie. Zu Ungunsten des Beschuldigten spreche zudem, dass er sich nicht selbst gestellt habe, sondern geflüchtet sei.

Zu seinen Gunsten wertete das Gericht Geständnis und Reue. Zudem habe er nicht von Anfang an ein Betrugssystem geplant gehabt, das habe sich mit der Zeit entwickelt.

Er hoffe, "dass Ihnen das eine Lehre ist", sagte der Richter, und dass der Beschuldigte nach Verbüssung seiner Strafe sein Leben "in den Griff" kriege. Von den 6 Jahren ist ein Teil bereits verbüsst. Vossen ist seit Frühling 2016 in Haft - er hat den Strafvollzug bereits vorzeitig angetreten.

Am Anfang lief es gut

Ins Geschäft eingestiegen war der heute 43-Jährige bereits in den 1990er Jahren, gleich nach der Matur und ohne Ausbildung. Zuerst lief es wie geschmiert, aber spätestens ab der Jahrtausendwende haperte es immer mehr. Statt der versprochenen 20-Prozent-Renditen hagelte es Verluste.

Das behielt Vossen aber für sich. Er nahm immer neue Gelder an, aus denen er den früheren Anlegern angebliche Gewinne auszahlte. Dazu kam, dass er seine Geschäfte völlig unstrukturiert betrieb. Eine Buchhaltung führte er ebenso wenig wie einzelne Investoren-Konten. Alles kam in einen Pool. Daraus nahm er, was er zum Leben und für die Auszahlungen brauchte.

"Immer daran geglaubt"

Irgendwann wuchsen die Schulden ins Unermessliche. Aber, sagte Vossen vor Bezirksgericht unter Tränen, bis zum Schluss habe er daran geglaubt, dass es irgendwann wieder klappen würde, er alle Investoren auszahlen könnte und niemandem Schaden entstehen würden.

Das Gegenteil traf ein: Zwischen 2003 und 2015 wurden rund 30 Personen um insgesamt umgerechnet rund 40 Millionen Schweizer Franken gebracht - für einige bedeutete das den Ruin.

Im Frühling 2015 setzte sich der in London und Zürich wohnende Vossen nach Spanien ab. Ein Jahr lang wurde er international gesucht, bis er im spanischen Valencia in einer Polizeikontrolle hängen blieb.