Übernahme
Millionen-Deal: Tamedia soll sich «Landboten» gesichert haben

Das Zürcher Medienhaus und die Winterthurer Tageszeitung haben sich laut Insidern geeinigt. Die entscheidenden Details des Deals sollen vor wenigen Tagen geklärt worden sein.

Yannick Nock
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Tamedia-Neubau auf dem Zürcher Werd-Areal

Tamedia-Neubau auf dem Zürcher Werd-Areal

Keystone

Der Übernahmekampf um den «Landboten» ist offenbar beendet. Gemäss Recherchen der «Schweiz am Sonntag» wird Tamedia die Winterthurer Tageszeitung übernehmen. Die entscheidenden Details des Deals sollen vor wenigen Tagen geklärt worden sein. Mit einer Auflage von 32 000 Exemplaren war der «Landbote» eine der letzten grösseren Tageszeitungen, die keinem mächtigen Zeitungsverlag gehören. Über die Verkaufsabsicht der Gründerfamilie wurde seit längerem spekuliert. Wie andere Zeitungen kämpfen die Besitzer mit schwinden Leserzahlen und Aufträgen für ihre Druckerei.

Bereits 2005 beteiligte sich Tamedia zu 20 Prozent an der Ziegler Druck- und Verlags AG, die den «Landboten» herausgibt. Damals soll sich Tamedia eine Vorkaufsoption gesichert haben – die nun gezogen wird. Der Kaufpreis beträgt laut gut informierten Kreisen über 50 Millionen Franken, inklusive der Immobilen. Zum Vergleich: Amazon-Gründer Jeff Bezos zahlte kürzlich für die renommierte «Washington Post» 250 Millionen Dollar.

Tamedia und Ziegler haben bereits vor Monaten alle bestehenden Verträge per Ende Jahr gekündigt. Die Zusammenarbeit sollte überdacht und angepasst werden. Noch bis Ende Jahr beziehen die zur Tamedia gehörenden Regionaltitel «Zürichsee-Zeitung» und «Zürcher Unterländer» sowie der «Zürcher Oberländer» die In- und Auslandseiten (Mantelredaktion) vom «Landboten».

Unternehmenssprecher Christoph Zimmer dementiert, dass Tamedia den «Landboten» übernommen habe. Sie seien mit der bisherigen Zusammenarbeit sehr zufrieden. Sollte es aber zu einem Verkauf kommen, sei klar, dass Tamedia einer der möglichen Partner sei.

Auch Rolf Bollmann, der für Tamedia im Verwaltungsrat von Ziegler Druck sitzt, will sich «an Spekulationen nicht beteiligen». Die Verhältnisse zwischen Tamedia und dem «Landboten» seien aber noch dieselben.