Mietzinserhöhungen
Mietzinserhöhungen wegen «Ortsüblichkeit» sind schwer anfechtbar

Die Aufwertung diverser Quartiere der Stadt Zürich fördert Mietzinserhöhungen . Diese werden mit «Ortsüblichkeit» begründet. Mieter haben nur geringe Erfolgsaussichten den Zins vor Gericht anzufechten.

Patrick Schlumpf
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Limmatstadt

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Keystone

Die Stadt Zürich trägt wesentlich dazu bei, dass die Mietzinsen in den letzten Jahren klar gestiegen sind. Diverse Quartiere werden aufgewertet und Liegenschaften totalsaniert. Hausbesitzer, die ihre Liegenschaften nicht, oder noch nicht saniert haben, nutzen diese Situation um die Mieten zu erhöhen, auf das ortsübliche Niveau eben.

Einfach ist das für den Vermieter jedoch nicht. In der Begründung, wieso der Mietzins erhöht wird, muss der Immobilienbesitzer mindestens fünf Wohnungen von verschiedenen Besitzern im selben Quartier, mit der gleichen Aussicht und Lärmbeschallung angeben, deren Mieten aktuell höher sind als seine. Zudem müssten sie in derselben Periode gebaut worden sein.

Mieten von bestehenden Mietverhältnissen wurden nicht häufiger mit der Begründung der Ortsüblichkeit erhöht als früher. Bei Neuvergebungen von Wohnungen sollen jedoch die Mieten systematisch angestiegen sein, sagt die Geschäftsführerin des Zürcher Mieterinnen und Mieterverbands Felicitas Huggenberger gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Sie rät den Mietern auch ab, wegen zwanzig Franken vor Gericht Senkung des Mietzinses einzufordern. Der Vermieter könnte auch nachweisen, dass er eine zu tiefe Rendite erziele, darf er die Zinsen problemlos erhöhen. Sie meint jedoch zu wissen, dass kaum ein Hausbesitzer tatsächlich nur die gesetzlich erlaubte Rendite von 2.75 Prozent erziele.