Der aus der Untersuchungshaft entlassene Zürcher SVP-Gemeinderat Mario Babini sieht keinen Grund, aus dem Stadtparlament auszutreten. Er sei ja nicht von der SVP, sondern von den Stimmbürgern gewählt worden, sagte er am Dienstagabend in "TalkTäglich" von TeleZüri.

An der nächsten Fraktionssitzung der SVP erhält der 57-jährige Finanzanalyst Gelegenheit, seine Sicht der Dinge dazulegen. Danach wird die Fraktion über einen Ausschluss entscheiden, sagte Babini in der Talkshow auf Telezüri. Damit ein Gemeinderat aus der SVP-Fraktion ausgeschlossen werden kann, müssen zwei Drittel der Fraktionsmitglieder dafür stimmen.

Von Moderator Hugo Bigi auf die Möglichkeit eines Ausschlusses angesprochen, sage Babini, im Gemeinderat gebe es ja auch noch andere Fraktionen, denen er sich möglicherweise anschliessen könne. Babini war im Mai dieses Jahres in den Gemeinderat nachgerückt.

Kaum zwei Monate später wurde er von der Polizei verhaftet. Gegen den städtischen Parlamentarier läuft ein Verfahren wegen Drohung und Hausfriedensbruch. Er soll in einer Bar herumgepöbelt und einen Gast mit einem Sackmesser bedroht haben.

Babini räumte in «TalkTäglich» ein, dass er einen Gast provoziert habe, seine Verhaftung sei jedoch "ein Witz" gewesen. Über das Erlebte in der 101 Tage dauernden U-Haft will er nun ein Buch schreiben. Damit angefangen habe er bereits während der Haft - auf einem gemieteten Notebook, wie er sagte.

Der städtische Parlamentarier war vergangene Woche auf freien Fuss gesetzt worden. Das Zwangsmassnahmengericht hatte den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verlängerung der U-Haft abgelehnt.