Erfahrene Arbeitskräfte sind bereits ab dem Alter von 45 bis 50 Jahren länger auf Stellensuche als jüngere, wie Edgar Spieler, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkts des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit, am Dienstag an einer Medienkonferenz sagte.

Die älteren und die gut qualifizierten Stellensuchenden müssten auch im verdeckten Arbeitsmarkt aktiv werden, also von den freien Stellen erfahren, die nicht ausgeschrieben werden.

Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich haben für ihr unbürokratisches Projekt "Mentoring" bisher 85 Führungskräfte und Personalwesen-Verantwortliche gefunden, die durch ihr eigenes berufliches Netzwerk die gut qualifizierten Arbeitslosen bei der Stellensuche unterstützen.

Ziel ist es, dass die Dauer der Stellensuche um zwei Monate verkürzt wird. Spieler hofft, dass bis Ende Jahr 300 Mentorinnen und Mentoren aus verschiedenen Branchen zur Verfügung stehen.

Der Pilotbetrieb in drei RAV in Zürich und Opfikon im Jahr 2014 sei sehr erfolgreich gewesen. Von allen Akteuren habe es positive Rückmeldungen gegeben. Das Projekt wurde in diesem Frühling auf alle 16 RAV des Kantons ausgedehnt.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband und die Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeberverbände (VZAI) ermuntern ihre Mitglieder, am Projekt mitzuwirken. Laut VZAI-Präsident Thomas Isler bietet das Mentoring Synergien mit den Bestrebungen seiner Vereinigung, das Inländerpotenzial an Fachkräften besser zu nutzen und insbesondere Personen über 45 Jahre schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren.