Die Jugendanwaltschaften des Kantons Zürich haben im vergangenen Jahr 9153 Untersuchungen gegen Jugendliche durchgeführt. Das sind rund 5 Prozent mehr als 2013. Die Ermittlungen wegen Gewaltstraftaten gingen dagegen um 7 Prozent zurück.

Wegen einer Gewaltstraftat wurden im vergangenen Jahr 568 Jugendliche mit Wohnsitz im Kanton Zürich verzeigt. Das sind 6,7 Prozent weniger als 2013, wie aus der am Montag veröffentlichten Statistik der Direktion der Justiz und des Innern hervorgeht. Im Vergleich zum Höchststand im Jahre 2009 beträgt der Rückgang gar über 50 Prozent.

Die Jugendanwaltschaften und Jugendgerichte verurteilten im vergangenen Jahr 4152 Jugendliche. In 115 Fällen wurde eine Schutzmassnahme angeordnet, 4070 Jugendliche erhielten eine Strafe.

Als Strafen wurden 2361 Verweise, 1002 persönliche Leistungen, 575 Bussen und 112 Freiheitsentzüge verhängt. Bei 13 Jugendlichen ordneten die Jugendanwaltschaften erwachsenenrechtliche Strafen an. In 25 Fällen sahen die Jugendgerichte von einer Strafe ab.

Von den 4152 Jugendlichen, die von den Jugendanwaltschaften schuldig gesprochen oder bei den Jugendgerichten angeklagt wurden, waren 3095 männlich und 1057 weiblich. Der Anteil der weiblichen Jugendlichen nahm damit von 20,1 auf 25,5 Prozent zu. Der Ausländeranteil bei den verurteilten Jugendlichen lag im Jahr 2014 bei 30,5 Prozent und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert.

Weniger Gewaltdelikte

Bei den Deliktsgruppen gab es im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügige Verschiebungen. Am häufigsten waren wiederum Vermögensdelikte. Diese nahmen von 29,8 auf 32,3 Prozent zu. Der Anteil der Drogendelikte sank dagegen von 21,2 auf 17,6 Prozent.

Der Anteil der Delikte gegen Leib und Leben ging von 3,9 auf 3,7 Prozent zurück. 39 Prozent der Gewalttaten wurden von ausländischen Jugendlichen begangen. Im Vorjahr betrug deren Anteil noch 41 Prozent.

Konstant blieben mit einem Anteil von 7,5 Prozent Delikte gegen die Freiheit wie Drohung, Nötigung oder Hausfriedensbruch. Die Delikte gegen sie sexuelle Integrität sanken von 1,6 auf 1,1 Prozent.

47 Jugendliche im stationären Vollzug

Ende des vergangenen Jahres befanden sich 47 Jugendliche im Kanton Zürich im stationären und 253 Jugendliche in einem ambulanten Vollzug. Im Vorjahr waren 60 Jugendliche in einer stationären und 326 Jugendlichen in einer ambulanten Einrichtung untergebracht.

Der deutliche Rückgang habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Rechnung der Jugendstrafrechtspflege um 5,6 Millionen Franken besser ausgefallen ist als budgetiert, heisst es in der Mitteilung. Die Kosten für Schutzmassnahmen betrugen 20,6 Millionen Franken. 2009 und 2010 mussten dafür noch 30 Millionen Franken ausgegeben werden.