Gestaltungsplan
Mehr unterirdische Parkplätze - dafür oberirdisch 50 weniger

Weil die Betreiber des Parkhauses Opéra in Zürich für 50 Parkplätze keine privaten Dauermieter gefunden haben, werden die Plätze öffentlich. Aufgrund des historischen Parkplatzkompromisses müssen nun oberirdisch 50 Parkplätze verschwinden.

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Autos in der Garage

Autos in der Garage

Chris Iseli

Zunächst werden 36 Plätze an der Talstrasse aufgehoben, sobald die entsprechende Ausschreibung rechtskräftig ist, wie das Tiefbauamt der Stadt Zürich am Freitag mitteilte. Dadurch entsteht Platz für einen durchgehenden Velostreifen vom Bürkliplatz bis zur Sihlporte, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die restlichen 14 Parkfelder werden im Zusammenhang mit anderen Bauprojekten zugunsten weiterer Velomassnahmen und Anlieferungsflächen für das Gewerbe aufgehoben.

Vermietung lediglich «eine Option»

Im 2003 vom Gemeinderat und den Zürcher Stimmberechtigen gutgeheissenen Gestaltungsplan zum Sechseläutenplatz war unter anderem die Erstellung eines Parkhauses mit 249 öffentlich zugänglichen und maximal 50 dauerhaft vermieteten Parkplätzen vorgesehen.

Bei der Eröffnung des Parkhauses im Mai 2012 bot die Betreibergesellschaft alle 299 Parkplätze öffentlich an, «weil sich für die privaten Parkplätze keine Interessenten finden liessen», wie es im Communiqué heisst. Angeboten wurden die Plätze für um die 1300 Franken pro Monat.

Die Betreiber können alle Plätze öffentlich anbieten, da im Gestaltungsplan die Dauervermietung lediglich als Option festgehalten sei, hiess es beim Tiefbauamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Aufgrund des historischen Parkplatzkompromisses von 1990 muss die Stadt in dieser Situation handeln. Der Kompromiss schreibt vor, in der Innenstadt und in citynahen Gebieten solle die Zahl der öffentlichen Parkplätze auf dem Stand von 1990 bleiben.

Entsprechend dem Kompromiss wurden mit der Öffnung des Parkhauses bereits 249 oberirdische Plätze abgebaut. Nun sollen 50 weitere folgen.

Auf das Problem der unvermieteten Parkplätze aufmerksam gemacht hatten die Grünen der Stadt Zürich. FDP und SVP schlugen vor, dass die 50 umstrittenen Parkplätze «als Teilkompensation für andauernd durch Baustellen oder aus anderen Gründen gesperrte Parkplätze in der Innenstadt» gelten und nicht oberirdisch kompensiert werden sollten.