Das revidierte Modell erleichtert den Kitas unter anderem die Administration, zudem dürfen sie mehr verrechnen. Das Parlament verabschiedete am Mittwochabend die stadträtliche Vorlage mit einer Änderung.

Berufstätigen Eltern von Vorschulkindern standen in der Stadt Zürich Ende des vergangenen Jahres insgesamt 9600 Betreuungsplätze in rund 300 Kitas zur Verfügung. 3600, respektive rund 40 Prozent aller Betreuungsplätze in Kitas, werden durch die Stadt subventioniert. In den nächsten Jahren sollen insgesamt noch 620 zusätzliche subventionierte Kita-Plätze bereitgestellt werden.

Weiterer Schritt auf langem Weg

Am Mittwochabend hat sich der Gemeinderat mit der Teilrevision der Verordnung über die familienergänzende Kinderbetreuung befasst. Die Revision ist ein Baustein auf dem Weg zum Ziel, das da eben heisst: "Alle Eltern mit Anspruch auf einen subventionierten Kita-Platz sollen auch einen erhalten."

Neu können private Krippen so viele subventionierte Plätze anbieten, wie sie möchten. Bisher hat das Sozialdepartement Kontingente festgelegt und an die Kitas verteilt.

Neu klärt nun auch das Sozialdepartement den Umfang der Berufstätigkeiten der Eltern ab. Bisher mussten dies die Kitas selber. Dadurch sollen die Krippen administrativ entlastet werden.

Ausserdem gibt es einen neuen vereinheitlichten Kostensatz. Pro Betreuungstag und Öffnungszeiten von 11,5 Stunden erhalten Kitas 120 (bisher 111) Franken, für Säuglinge 170 Franken von der Stadt. Subventioniert werden 240 Tage im Jahr.

Der Mindestbeitrag beträgt 12 Franken pro Tag und Kind, der Maximalbetrag 120 Franken. Der massgebende Grenzbetrag (Gesamteinkommen minus Abzüge) für Subventionen beträgt 100'000 Franken.

Parlament will Bericht zu Auswirkungen

Für Diskussionen sorgte im Rat unter anderem der Normkostensatz und die Anzahl Betreuungstage. Einige befürchteten, dass diverse Kitas in (finanzielle) Bedrängnis kommen könnten.

Die AL stellte gar einen Rückweisungsantrag und forderte eine neue Vorlage, die es ermöglicht hätte, mehr Betreuungstage subventioniert anzubieten als es im Normkostenmodell vorgesehen ist. Der Rückweisungsantrag hatte jedoch keine Chance.

Angenommen wurde hingegen ein Änderungsantrag. Dieser verlangt vom Stadtrat spätestens nach Ablauf von zwei Betriebsjahren unter dem neuen Regime einen ausführlichen Bericht.

Im Bericht aufgezeigt werden sollen unter anderem folgende Punkte: Veränderung der Anzahl subventionierter und nicht-subventionierter Plätze, Auswirkungen der Normkosten von 120 Franken sowie der Normöffnungstage und -zeiten, Durchmischung der Kinder in den Kitas, Angaben zur Qualität und zu den Löhnen des Personals.

Gegen die Vorlage votierte einzig die SVP. Sie hätte lieber ein Betreuungsgutschein-Modell eingeführt. Dieses führe jedoch zu höheren Kosten und weniger Durchmischung, wie Erfahrungen aus Luzern zeigten, sagte Raphael Golta (SP), Vorsteher des Sozialdepartementes.

Die Teilrevision bringe eine Verbesserung und sei grundsätzlich eine Forstschreibung des bewährten Systems, sagte Golta. Diese Ansicht teilten sämtliche Fraktionen, ausser der SVP.