Das Ostkonzept am Flughafen Zürich gilt heute als komplex: An- und abfliegende Flugzeuge kreuzen sich in der Luft mehrmals, was sowohl für die Lotsen als auch für die Piloten eine Herausforderung ist. Im Jahr 2012 legte der Flughafen eine Sicherheitsüberprüfung vor, in der genau diese Komplexität als Problem bezeichnet wurde.

Mit Anpassungen im Betriebskonzept sollen diese Zusammenstoss-Risiken nun entschärft werden. Der Flughafen will die Flugrouten im Osten anpassen und vereinfachen, wie dieser am Dienstag mitteilte.

Neu sollen alle Abflüge im südlichen Raum des Flughafens abgewickelt werden und alle Anflüge im Nordosten. Das hat Auswirkungen auf die Lärmverteilung.

Wie Flughafen-Sprecherin Sonja Zöchling auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, werden mit den Anpassungen einige Gemeinden stärker betroffen sein, andere hingegen weniger. Unter dem Strich bleibe die Zahl der Betroffenen aber gleich hoch.

Die Pläne des Flughafens werden vom 20. Oktober bis am 18. November in den betroffenen Gemeinden in den Kantonen Aargau, Schaffhausen und Zürich aufgelegt. Äussern dürfen sich auch die Kantone St. Gallen und Thurgau sowie Süddeutschland. Für den Flughafen ist jetzt schon klar, dass es Widerstand geben wird.

Kritik aus dem Norden

Eine erste geharnischte Reaktion kommt aus dem deutschen Landkreis Wahldshut. Drei Landräte wehren sich in einer Mitteilung vehement gegen die Anpassungen. Die Entflechtung im Osten ermöglichten es dem Flughafen, ganz ohne Beteiligung Deutschlands Anflüge entlang der Grenze durchzuführen.

Die Maschinen würden entlang der Grenze am Hochrhein von Osten oder Westen her in Richtung Flughafen Zürichgeführt - nicht über deutsches Gebiet, aber für die Süddeutschen wohl trotzdem hörbar. Das sei politisch nicht nachvollziehbar und nur schwer erträglich.

Auch für einige Schweizer Gemeinden dürfte es lauter werden. Hanspeter Lienhard, Präsident der Fluglärmorganisation IG Nord, ist überzeugt, dass es vor allem an den Wochenenden und in den Randstunden lauter wird, wie er gegenüber dem "Regionaljournal Zürich-Schaffhausen" von Radio SRF1 sagte.

Positiv reagierte hingegen der Süden auf die Ankündigung. Das Fluglärmforum Süd begrüsse es, dass Südabflüge geradeaus offenbar nicht Teil der beantragten Anpassungen sind. Damit werde ein Teil der Forderungen der Süd-Gemeinden erfüllt.