Winterthur
Mehr Polizeipersonal führt auch zu mehr Verhaftungen

Die Zahl der Verhaftungen am Winterthurer Hauptbahnhof hat in den letzten Monaten zugenommen. Der viertgrösste Bahnhof der Schweiz hat aber nicht plötzlich ein Sicherheitsproblem. Der Anstieg liegt daran, dass die Polizei stärker präsent ist.

Monika Freund
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Seit am Bahnhof Winterthur zusätzliche Kantonspolizisten arbeiten, habe sich die Lage im Zentrum beruhigt, sagt Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier. Im Bild: Demonstration «Tanz dich frei» im September 2013 in Winterthur.

Seit am Bahnhof Winterthur zusätzliche Kantonspolizisten arbeiten, habe sich die Lage im Zentrum beruhigt, sagt Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier. Im Bild: Demonstration «Tanz dich frei» im September 2013 in Winterthur.

Keystone

Im Jahr 2013 stockte die Kantonspolizei Zürich ihren Posten im Hauptbahnhof Winterthur auf: Statt wie vorher 10 arbeiten dort heute 16 Polizistinnen und Polizisten. Diese Zunahme schlägt sich in der Statistik nieder. In diesem Jahr wurden bereits 158 Verhaftungen am Bahnhof Winterthur vorgenommen. Das sind 50 Prozent mehr als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres.

In den meisten Fällen klickten die Handschellen wegen Vermögensdelikten wie Gepäck- oder Taschendiebstahl, wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz oder wegen Betäubungsmitteldelikten, wie die Verantwortlichen der Kantonspolizei gestern im Rahmen eines Medienanlasses von Kantonspolizei Zürich und Stadtpolizei Winterthur erklärten.

Beruhigte Partymeile

Die Winterthurer Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier ist froh um diese Personal-Aufstockung, konnte in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei doch auch die Partymeile merklich beruhigt werden. Noch im vergangenen Jahr wurden wegen der vielen trinkfreudigen Partygänger fast jedes Wochenende Schlägereien gemeldet. Mittlerweile sind Gewaltdelikte seltener geworden.

Die Kooperation zwischen Stadtpolizei Winterthur und Kantonspolizei funktioniere hervorragend, sagte Günthard-Maier. «Da gibt es null Reibungsfläche.» Auch bei anderen Ereignissen wie etwa dem Hochrisiko-Spiel FC Winterthur gegen den FC Basel vom 21. September habe man gut zusammengearbeitet.

Stadtpolizei abschaffen?

Genau dieses Fussballspiel, bei dem es zu keinerlei Ausschreitungen kam, war für Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) Auslöser, an einem Medienanlass die gute Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei Zürich und Stadtpolizei Winterthur zu betonen. Einen Zusammenhang mit den am vergangenen Wochenende publik gewordenen Forderungen, die Stadtpolizei in die Kantonspolizei zu integrieren, gebe es nicht, betonte er. «Dass diese zwei Dinge zeitlich zusammenfallen, ist reiner Zufall.»

«Kein Anlass» für Integration

Winterthurer Gemeinderäte regen in einem Vorstoss an, die Stadtpolizei Winterthur abzuschaffen und deren Aufgaben der Kantonspolizei zu übertragen. So könne möglicherweise viel Geld gespart werden.

Bei der Winterthurer Polizeivorsteherin kommt diese Idee nicht gut an. «Für eine Integration besteht kein Anlass», sagte Günthard-Maier. Die Zusammenarbeit klappe ja sehr gut und die Stadtpolizei arbeite schon heute sehr günstig. Auch Fehr winkte ab. Solch gut funktionierende Beziehungen solle man nicht aufs Spiel setzen, sagte er. Die Kantonspolizei arbeite künftig aber gerne noch enger mit der Stadtpolizei zusammen.