Zürich
Mehr Platz fürs Landesmuseum

Der Erweiterungsbau des Landesmuseums ist nicht unumstritten. Tatsache ist, die Baubewilligung ist im November in Kraft getreten. Nun muss die Finanzierung noch die letzte Hürde nehmen.

Gabriele Spiller
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Limmattaler Zeitung

«Das Museum soll (...) nicht in einem einzigen, in sich abgeschlossenen Gebäude untergebracht werden, sondern es wäre wohl eine malerische Gruppierung von zusammenhängenden Anlagen zweckentsprechender. Gerade darin läge die Gewähr, dass es sich später nach jeder Richtung organisch ausbauen und weiterentwickeln liesse.» Diese Vision trieb schon 1892 den Erbauer Gustav Gull an, als sich die Limmatstadt für den Sitz des Schweizerischen Landesmuseums bewarb.

Es war die Zeit der grossen Nationalmuseen und der industriellen Leistungsschauen. So bildet die grösste historische Sammlung der Schweiz damals wie heute einen Kontrapunkt zum hochmodernen Hauptbahnhof, der den Aufbruch in die Zukunft markierte. Als Zürich mit dem historisierenden «Märchenschloss» den nationalen Standortwettbewerb gewann, verpflichtete sich die Stadt zur Finanzierung des ersten Museumsbaus – und bereits einer später notwendigen Erweiterung. Über 110 Jahre hat es gedauert, bis dieses Versprechen eingelöst wird, auch wenn die Fachleute von Anfang an warnten, dass das Haus für die schnell wachsende Sammlung bald zu klein sein werde.

Seit der Eröffnung 1898 stieg nicht nur die Zahl der ausgestellten Objekte rasant, in den letzten Jahren wurde auch die Kulturvermittlung immer aktiver. Es fehlt an Räumlichkeiten für Grossveranstaltungen. Im Gegensatz zu neu konzipierten Museumsbauten, die grosszügige Auditorien berücksichtigen, kann das Landesmuseum derzeit gerade mal 150 Personen unterbringen.

Neue Bilder zum Projekt

Bei einer Vernissage – wie zur derzeit laufenden Ausstellung «Soie Pirate», zu der sich 900 Gäste anmeldeten – gerät die Rahmenveranstaltung so zu einem logistischen Grossprojekt. Immer öfter wird auf den Hof ausgewichen, wo jeweils angemietete Zelte aufgestellt werden. Die Beheizung dieser Zelte ist allerdings weder ökologisch noch kostentechnisch eine nachhaltige Lösung.

Mit den neu präsentierten Visualisierungen macht das Museum den Erweiterungsbau konkreter fassbar. Nun hofft man auf die Zustimmung zu den vom Kantonsrat bewilligten 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Am 13.Februar 2011 wird darüber abgestimmt.