Die Stadt Zürich hat ihre Energieplanung in den letzten zwei Jahren vollständig überarbeitet und auf die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft ausgerichtet. Sie ist für den Stadtrat, die Verwaltung und die städtischen Energieversorger verbindlich. Für Grundeigentümerinnen und -eigentümer gilt der Grundsatz der freien Wahl unter den am Standort verfügbaren Energieträgern.

Um die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, soll die künftige Energieversorgung weitgehend ohne fossile Energieträger auskommen und wesentlich weniger CO2 ausstossen. Die Stadt will daher die Fernwärmeversorgung und Energieverbunde mit Grund- und Seewassernutzung ausbauen.

Neue Leitung geplant

Ausgebaut werden soll die Fernwärmeversorgung aus den Kehrichtheizkraftwerken, indem die bestehenden Fernwärmenetze der Kraftwerke Hagenholz und Josefstrasse erweitert und miteinander verbunden werden. Das Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse wird 2020 stillgelegt. Ab dann soll die Fernwärme über eine Leitung vom Hagenholz kommen.

Falls die Stimmberechtigten die geplante neue Verbindungsleitung gutheissen, können von 2020 bis etwa 2045 das Gebiet Milchbuck, Teile von Wipkingen und Oberstrass, das Gewerbeschul-Quartier und Teile von Aussersihl erschlossen werden. Der Bau der Leitung für rund 130 Millionen Franken wird mit betrieblichen Mitteln der Fernwärme finanziert, Steuergelder braucht es dafür nicht.

In Zukunft soll auch die Energie aus dem gereinigten Abwasser des Klärwerks Werdhölzli genutzt werden. Dafür baut die Stadt ab etwa 2020 eine Fernwärmeversorgung im Zentrum von Altstetten und in Teilen von Höngg auf.

In den dicht besiedelten Quartieren rund um das Seebecken und im Boden des Limmattals sollen Grund- und Seewasser für Heiz- und Kühlzwecke genutzt werden. Diese Energiequellen werden möglichst vielen Eigentümerschaften in Form von Energieverbunden zugänglich gemacht. Auf diese Weise würden in Zürich bereits heute zahlreiche Gebäude mit mit Wärme und Kälte versorgt, heisst es weiter.