Gesundheitspolitik
Mediziner und Versicherer können sich nicht einigen: Kanton legt im Ärzte-Streit erneut Tarife fest

Ärzte und Krankenversicherer haben sich auch in diesem Jahr nicht auf neue Tarife für die ambulante ärztliche Versorgung im Kanton Zürich einigen können. Der Regierungsrat hat deshalb erneut die Tarife für ambulante Arztleistungen ab 1. Januar 2018 provisorisch festgelegt.

Merken
Drucken
Teilen
Die Ärzte und die Krankenversicherer können sich wieder nicht auf neue Tarife für die ambulante ärztliche Versorgung einigen. (Symbolbild)

Die Ärzte und die Krankenversicherer können sich wieder nicht auf neue Tarife für die ambulante ärztliche Versorgung einigen. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die Verträge zwischen Ärzten und Krankenversicherern waren im Kanton Zürich bereits 2016 gekündigt worden. Seither konnten sie sich nicht auf neue Verträge einigen.

Da deshalb seit Anfang 2017 eine rechtlich gesicherte Grundlage für die Verrechnung fehlt, hatte der Zürcher Regierungsrat deshalb bereits auf den 1. Januar 2017 die Tarife für ambulante Arztleistungen vorsorglich und provisorisch festgelegt. Nun macht er dies auch für das Jahr 2018, wie er am Freitag in einer Mitteilung schreibt.

Dies ermögliche es, dass Ärzte und Ärztinnen ihre Patientenbehandlungen im Jahr 2018 weiter den Krankenversicherern verrechnen können, heisst es weiter.

Taxpunktwert festgesetzt

Wie bereits für dieses Jahr hat der Regierungsrat auch für 2018 provisorisch einen Taxpunktwert von 89 Rappen festgesetzt. Die AGZ Ärztegesellschaft des Kantons Zürich hatte für 2018 einen Taxpunktwert von 92 Rappen beantragt. Der Taxpunktwert von 89 Rappen entspreche in keiner Weise der wirtschaftlichen Realität in den Arztpraxen, ist die Begründung.

Ambulante Leistungen werden seit 2004 nach der gesamtschweizerisch einheitlichen Tarifstruktur Tarmed verrechnet. Der kantonale Taxpunktwert soll dabei regionale Unterschiede bei den Kosten ausgleichen und mehr oder weniger 1 Franken betragen.

Der Kanton Zürich startete bei der Einführung von Tarmed mit 97 Rappen. Der Taxpunktwert wurde inzwischen auf 89 Rappen gekürzt. Die Versicherer hatten für 2017 eine weitere Kürzung auf 88 Rappen verlangt. Die Ärzte hingegen forderten bereits für 2017 eine Erhöhung - damals sogar um 11 Rappen.