Das hat das Bundesgericht gestern entschieden.

Die Medikamentenabgabe ist grundsätzlich bewilligungspflichtig und hat durch eine Apotheke zu erfolgen. Aufgrund des Vieraugenprinzips soll gewährleistet werden, dass Patienten die richtigen Medikamente erhalten: Ein Arzt verschreibt ein Medikament, ein Apotheker kontrolliert die Verschreibung.

Ärzte können jedoch eine Bewilligung zur Führung einer Privatapotheke erlangen, so dass sie den Patienten direkt Medikamente verschreiben und auch gleich abgeben dürfen.

Seit der Umsetzung der Volksinitiative "Ja zur Wahlfreiheit beim Medikamentenbezug" am 1. Januar 2012 können auch Ärzte in den Städten Zürich und Winterthur eine Bewilligung für eine Privatapotheke erhalten. Vorher war dies nur ausserhalb dieser Städte möglich.

Beschwerde von Arzt und Apotheke

Aufgrund einer Beschwerde hat sich nun das Bundesgericht mit einem gemeinsam gestellten Begehren eines Arztes und der Versandapotheke auseinandersetzen müssen: Es sei festzustellen, so forderten sie, dass sich im Kanton Zürich praktizierende Ärzte nicht rechtswidrig verhielten, wenn sie über keine Bewilligung zur Führung einer Privatapotheke verfügten und ihren Aufwand im Zusammenhang mit dem Erfassen und Übermitteln von Rezeptinformationen an Zur Rose entgegennehmen würden.

Als Gegenleistung erhalten die Ärzte jährlich 12 Franken für den Dossiercheck, 1 Franken pro Rezeptzeile für die Interaktionskontrolle und 40 Franken pro Neukundeneröffnung.

Das Bundesgericht hat nach einer gut dreistündigen öffentlichen Urteilsberatung entschieden, das Ansinnen der Versandapotheke und des Arztes abzuweisen. Gemäss Lausanner Richtern liegt eine Medikamentenabgabe vor, wenn ein Arzt mit einer Versandapotheke zusammenarbeitet.