Zürich

Maximallohn: Regierungsrat will keinen Lohndeckel für ZKB-Spitze

Der Bankrat der ZKB sei der Ansicht, dass die Vergütungspraxis heute angemessen sei, schreibt der Regierungsrat. (Symbolbild)

Der Bankrat der ZKB sei der Ansicht, dass die Vergütungspraxis heute angemessen sei, schreibt der Regierungsrat. (Symbolbild)

Der Zürcher Regierungsrat will keinen Lohndeckel für die Führungsriege der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die SP fordert in einem Vorstoss einen Maximallohn von einer Million, weil das gegenwärtige Lohnwachstum unverständlich sei. Regierung und ZKB-Bankrat teilen diese Meinung nicht.

Die SP fordert in ihrer Motion, dass im Maximallohn von einer Million nicht nur der reguläre Lohn, sondern auch alle anderen Bezüge enthalten sind. Allfällige Ausnahmen solle die Aufsichtskommission des Kantonsrats bewilligen.

Auslöser für den Vorstoss waren Medienberichte über stolze Gehälter und Boni bei den SBB, der Post und der Swisscom. Nach Ansicht der SP ist auch die ZKB-Spitze zu grosszügig bezahlt.

Die Generaldirektion der ZKB erhielt im Jahr 2017 insgesamt 13,2 Millionen Franken. Dazu kommen unter anderem Anwartschaften von 2,2 Millionen, also vom wirtschaftlichen Erfolg abhängige Gelder. Am meisten verdiente ZKB-Chef Martin Scholl mit rund 2 Millionen Franken.

Diese Entschädigungen stünden in keinem rationalen Verhältnis zur erbrachten Leistung und stiessen in der Bevölkerung zu Recht auf Unverständnis, schreibt die SP in ihrem Vorstoss. Besonders stossend seien solch übertriebene Bezüge bei Unternehmen, bei denen die wirtschaftlichen Risiken von der Allgemeinheit getragen würden, im Fall der ZKB durch die Staatsgarantie.

Zu wenig qualifiziertes Personal

Der Regierungsrat will von einem Lohndeckel jedoch nichts wissen, wie aus seiner am Donnerstag publizierten Antwort hervorgeht. Der Bankrat der ZKB sei der Ansicht, dass die Vergütungspraxis heute angemessen sei, schreibt der Regierungsrat.

Mit einem Lohndeckel von einer Million werde es markant schwieriger oder gar unmöglich, geeignetes Personal zu rekrutieren und zu halten. Betroffen von der Begrenzung wären zudem nicht nur die ZKB-Chefs. Eine solche Regelung hätte nach Ansicht des Bankrates Auswirkungen auf das Lohngefüge der ganzen Bank.

Falls einzelne Geschäftsfelder nicht mit ausreichend qualifiziertem Personal besetzt werden könnte, müssten sie zurückgefahren oder gar aufgegeben werden, weil sonst die rechtlichen Vorgaben und Risiko-Bestimmungen nicht mehr eingehalten werden könnten.

Geschäftsfelder müssten aufgegeben werden

Als Beispiele für gefährdete Geschäftsfelder nennt der Bankrat in der Regierungsratsantwort die Vermögensverwaltung, den Handels- und Kapitalmarkt und das Geschäft mit institutionellen Kunden und grösseren Firmenkunden. Ein Lohndeckel würde gemäss Bankrat also das Geschäftsmodell der ZKB als Universalbank gefährden.

Damit ginge in mehreren Geschäftsbereichen eine Alternative zu UBS und CS verloren, schreibt der Regierungsrat. Die Folgen davon würde der ganze Wirtschaftsraum Zürich zu spüren bekommen. Der Zürcher Kantonsrat wird nun in einer der kommenden Sitzungen darüber entscheiden, ob die Idee weiterverfolgt wird oder nicht.

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