Eine entsprechende Anfrage läuft beim europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Es koordiniert den Austausch von Tieren mit dem Ziel, die genetische Vielfalt möglichst zu erhalten.

In Zürich soll verhindert werden, dass sich Maxi allzu oft mit seinen eigenen Kindern paart. «Einmal ist kein Problem, aber je öfters, desto grösser der Verlust an genetischen Daten», sagt Zingg. Die Auswahl eines geeigneten Jungbullen stellt den Zoo und die Koordinatoren vor Herausforderungen. Das Tier muss geschlechtsreif, aber darf nicht zu alt sein. Eine gewisse Grösse muss es haben, um die mächtigen Elefantendamen überhaupt besteigen zu können. Dann sei es auch nicht immer einfach, die Tiere vom angestammten Zoo zu trennen, sagt Zingg: «Das sind teilweise richtige Persönlichkeiten, die zum Zoo gehören.» Für Zürich werden momentan mehrere Tiere überprüft. Ob sich der neue Bulle mit Maxi vertragen wird, sieht man erst nach seiner Ankunft.

Erst Quarantäne

Zunächst wird er einige Wochen in Quarantäne verbringen müssen. «Eigentlich war geplant, dass das neue Tier als Erstes in den Park wechseln kann und dort die Quarantäne hinter sich bringt.» Das wird nun nicht mehr möglich sein. Der Neue soll vor allem die jüngeren Kühe decken. «Die Älteren sind auch wählerischer», sagt Zingg. Es herrscht, wenn auch nicht akut, Zeitdruck.

Wird eine junge Kuh länger nicht trächtig, beginnt sich ihre Gebärmutter zurückzubilden. Laut Zingg ist es gut denkbar, dass der neue Bulle nach fünf oder zehn Jahren weiterzieht. «Wir wollen mit der Zucht eine selbsterhaltende Population über längere Zeit erreichen. Es geht nicht nur um die herzigen Jungtiere.» So bestehe auch die Möglichkeit, Tiere wieder auszuwildern. Inzuchtnachkommen seien irgendwann nicht mehr fähig, in der Wildnis zu überleben.