Das Obergericht bestätigte den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Mordes, senkte aber die Strafe um zwei Jahre, weil der Täter nur eingeschränkt schuldfähig sei. Das Bezirksgericht Uster hatte den kanadisch-polnischen Doppelbürger im Januar 2014 noch zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt.

Hintergrund der Tat war eine fatale Dreiecksbeziehung. Im Mittelpunkt stand dabei eine heute über 50-jährige Schweizerin aus Stäfa. Sie hatte sich im Juni 2010 in den polnisch-kanadischen Doppelbürger verliebt. Er zog bei ihr ein.

Fatale Dreiecksbeziehung

Allerdings dauerte die Beziehung nur ein Jahr. Die Frau, die in Swingerclubs verkehrte, nahm wieder Kontakt zu anderen Männern auf. Auch zu einem Ex-Liebhaber, einem 37-jährigen Schweizer.

Ende Februar 2012 spitzte sich die Situation zu. Die Frau wandte sich an die Kantonspolizei Zürich, um ihren Ex-Partner aus ihrer Wohnung zu schaffen. Als sich am Tattag, dem 10. März 2012, der junge Nebenbuhler am Telefon meldete, um die Frau am Bahnhof Stäfa zu treffen, rastete der Beschuldigte aus und griff zum Messer.

Am Bahnhof stach er auf seinen Nebenbuhler ein, der in seinem Auto sass. Selbst als das Opfer nach draussen torkelte, stach der Täter weiter zu. Der Nebenbuhler hatte keine Chance. Die Polizei nahm den Täter noch am Bahnhof Stäfa fest.

Vor Obergericht machte der Täter einen totalen Filmriss geltend. Er könne sich an das Verbrechen schlicht nicht erinnern. Der Verteidiger verlangte wegen Totschlags eine milde Freiheitsstrafe von drei Jahren - erfolglos. Sein Mandant wurde nicht nur wegen Mordes verurteilt, sondern muss den Eltern des Opfers auch Schmerzensgeld von je 40'000 Franken zahlen.