Wahlen 2019

Marionna Schlatter: «Der Zeitgeist hat zu diesem guten Abschneiden geführt»

Präsidentin der Grünen des Kantons Zürich und Ständeratskandidatin Marionna Schlatter.

Mit dem viertbesten Resultat überflügelt die grüne Marionna Schlatter Tiana Angelina Moser (GLP). Dies, obwohl der gewählte SP-Ständerat Daniel Jositsch auf seinen privaten Plakaten auf Schlatters Name verzichtete. Sie glaubt nicht, dass dies einen grossen Unterschied machte.

Frau Schlatter, gehen Sie – nachdem Sie das viertbeste Resultat erzielten – in den zweiten Wahlgang?
Marionna Schlatter Ich muss mir dies ernsthaft überlegen. Es ist aber wenig sinnvoll, wenn Tiana Angelina Moser und ich uns beide erneut zur Verfügung stellen.


Sie fordern Moser also zum Rückzug auf?
Diese Entscheidung überlasse ich selbstverständlich Tiana Angelina Moser.


Hätte der glanzvoll gewählte Daniel Jositsch auch auf seinen privat finanzierten Plakaten Werbung für Sie gemacht, hätten Sie dann Roger Köppel überflügelt?
Dass ich auf seinen Plakaten nicht zur Wahl empfohlen wurde, hat wohl keinen grossen Unterschied gemacht. Die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten hat während des ganzen Wahlkampfs sehr gut funktioniert.


Wird Jositsch im zweiten Wahlgang Sie oder seinen langjährigen Kollegen und Ihren Konkurrenten Noser empfehlen?
Ich hoffe natürlich, dass Daniel Jositsch mich im Sinn seiner Partei unterstützen wird.


Wie beurteilen Sie das Abschneiden Ihrer Partei im Kanton Zürich?
Es freut mich riesig, dass wir 7,1 Prozent und um drei Sitze zulegen konnten.


Was haben Sie so gut gemacht?
Das müssen Sie meine Wählerinnen und Wähler fragen. Ich denke aber, dass der Zeitgeist zu diesem guten Abschneiden geführt hat. Daher wäre wohl die bessere Frage, was wir bislang schlecht machten. Warum schafften wir es bis anhin nicht, Wählerinnen und Wähler auf unsere Themen aufmerksam zu machen?


Der Zürcher Bauernverband empfahl Sie nicht zur Wahl, obwohl Sie sich dies erhofften. In ländlichen Gemeinden schnitten Sie aber überraschend gut ab.
Das freut mich natürlich sehr. Denn die Bauern sind keine heterogene Wählerschaft. Ich denke, ich habe die progressiven Landwirte angesprochen und von diesen auch entsprechend viele Stimmen erhalten. Der Verband ist eine andere Geschichte.

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