Zürich
Manor-Generaldirektor: «Wir werden noch lange im Haus bleiben»

Manor-Generaldirektor Bertrand Jungo sieht dem laufenden Gerichtsverfahren um seine Filiale an der Bahnhofstrasse zuversichtlich entgegen. Dass Manor im Januar 2014 tatsächlich aus dem Oscar-Weber-Haus ausziehen müsse, glaubt er nicht.

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Bertrand Jungo

Bertrand Jungo

Keystone

Nachdem die Warenhauskette Manor während einem Jahr ihre Filiale an der Bahnhofstrasse im Oscar-Weber-Gebäude umbauen und renovieren liess, wurde bekannt, dass die Gebäudebesitzerin, die Swiss Life, die Räumlichkeiten Manor ab 2014 nicht mehr zur Verfügung stellen will. Im Januar würde der 30 Jahre bestehende Mietvertrag auslaufen und bei der Swiss Life glaube man, dass Manor langfristig die marktüblichen Mietzinse nicht weiter bezahlen könne. Kommt dazu, dass Manor bereits jetzt einen Bruchteil der üblichen Miete bezahlen würde.

In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» äussert sich nun Manor-Generaldirektor Bertrand Jungo. Er ist überzeugt, dass Manor noch lange im Oscar-Weber-Haus bleiben wird.

Dem laufenden Gerichtsverfahren sieht Jungo mit gutem Gewissen entgegen. Von einem Plan B will er gar nicht reden. «Unser Plan heisst Bahnhofstrasse.» Notfalls würde man ein negatives Urteil durch alle Instanzen ziehen.

Option auf Verlängerung

Ausschlaggebend sei der bestehende Mietvertrag. Dort sei eine Option auf fünf Jahre Verlängerung festgehalten und an dieser wolle man festhalten.

Auf der anderen Seite meint die Swiss Life, dass man Manor bereits ein Angebot für eine Verlängerung gemacht habe, dies aber nicht angenommen wurde. Betrand Jungo kontert und meint, dass Manor vor drei Jahren auf die Swiss Life zugegangen sei und erst nach mehrmaligem Nachhaken eine Offerte für eine Verlängerung bekommen habe, welche aber nicht vertragskonform gewesen sei.

Konkret spricht Jungo vom «komplett unrealistischen» Mietzins von 19 Millionen Franken, das dreifach, was Manor bis jetzt bezahlen würde. Bei einem Umsatz von 110 bis 120 Millionen Franken pro Jahr würde die Jahresmiete also 16 bis 17 Prozent des Umsatzes betragen.

Viel zu viel erklärt Jungo. «Gemäss Experten ist für den Betrieb eines Warenhauses ein Mietzins von 5 bis 7 Prozent des Umsatzes realistisch.»

Ausserdem spreche für Manor, dass pro Jahr über sechs Millionen Kunden ins Oscar-Weber-Haus kämen. In dieser Filiale sei ein repräsentativer Teil der Schweizer Bevölkerung unterwegs, welcher offenbar nicht in den Luxus-Boutiquen an der Bahnhofstrasse verkehren würde. «Diese Kunden zu bedienen, das ist unsere Aufgabe.»