Zürich
«mannebüro züri» verzeichnet über 20 Prozent mehr Beratungen

Das mannebüro züri hat im vergangenen Jahr für 541 Männer 1247 persönliche Beratungen durchgeführt. Dazu kamen 1523 Mail- und Telefonberatungen. Noch nie haben so viele Männer die Beratungsstelle in Anspruch genommen, wie der Verein am Montag mitteilte.

Merken
Drucken
Teilen
Das mannebüro in Zürich an der Ecke Lang-/Hohlstrasse.

Das mannebüro in Zürich an der Ecke Lang-/Hohlstrasse.

watson

Besonders gefragt war das mannebüro bei Gewaltberatungen. 424 dieser Beratungen kamen auf Verfügung im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes (GSG) zustande. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr. In 475 Fällen meldeten sich betroffene Männer selber beim mannebüro.

Werden GSG-Verfügungen gegen Männer ausgesprochen, enthalten diese in der Regel ein 14-tägiges Kontaktverbot, oft auch eine Wegweisung. Betroffene Männer erhielten eine zweifache Hilfe: einerseits zur Bewältigung ihrer aktuell schwierigen Situation, andererseits aber auch präventiv in Bezug auf ihren künftigen Umgang mit Stress, Überforderung, Konflikten und Gewalt.

Erneut eine leichte Zunahme verzeichnete das mannebüro züri bei den Sexualberatungen. Diese stiegen von von 176 auf 186. Reden über Sexualität ist laut Mitteilung immer noch begleitet von grossen Schamgefühlen. Aus diesem Grunde hatte das mannebüro 2009 die Sexualberatung als niederschwelliges Angebot eingeführt. Heute ist sie das zweite Standbein der von einem privaten Verein geführten Beratungsstelle.

Schwierige Finanzierung

Als bedauerlich bezeichnet das mannebüro den Umstand, dass im vergangenen Jahr viele Anfragen bei Trennung oder Scheidung abgelehnt werden mussten. Mit den knappen Stellenprozenten könne man der Nachfrage ganz einfach nicht gerecht werden.

Unverändert schwierig ist die finanzielle Situation des mannebüro züri. Dennoch will es nicht am Grundsatz rütteln, möglichst allen Männern eine Beratung zu ermöglichen, unabhängig von ihrer finanziellen Situation.

So sollen Männer, die von selbst auf die Beratungsstelle kommen, auch in Zukunft nicht mehr als ein Prozent ihres Nettolohnes zahlen. Für Beratungen im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes kommt der Kanton auf.