Bezirksgericht Zürich
Mann will nicht Prostituierte sondern Fischer-Shop gesucht haben

Ein Ausflug nach Zürich kommt einen jungen Mann aus Graubünden teuer zu stehen. Das Bezirksgericht hat ihn am Donnerstag wegen Nachsuchens einer sexuellen Dienstleistung ausserhalb der Strichzone zu einer Busse von 200 Franken verurteilt.

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Das Zürcher Bezirksgericht (Archiv)

Das Zürcher Bezirksgericht (Archiv)

Keystone

Hinzu kommen die Gerichtsgebühr sowie Verfahrenskosten von rund 1500 Franken.

Der 23-jährige Mann reiste am vergangenen 2. Juli mit dem Zug nach Zürich. Vor Gericht war unbestritten, das er gegen 13 Uhr zu Fuss auf der Dienerstrasse im Kreis 4 unterwegs war. Dort soll ihn eine Prostituierte angesprochen haben.

Gemäss dem Strafbefehl des Stadtrichters machte der Mann eine Runde um den Häuserblock und betrat nachher gemeinsam mit der Frau eine Liegenschaft - mit der Absicht, die sexuelle Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Dazu kam es aber nicht, da zwei Polizeibeamte eingriffen und den mutmasslichen Freier wegen Widerhandlung gegen die Prostitutionsverordnung verzeigten.

Auf der Suche nach Fischer-Shop

Die Version des Angeklagten sieht ganz anders aus. Er habe mit seinem Smartphone einen Fischer-Shop gesucht und sei darum um den Block gegangen. Da habe er die Prostituierte in einer Türe stehen sehen und ihr Angebot höflich abgelehnt. Plötzlich seien die Polizeibeamten aufgetaucht und hätten ihn zu Unrecht als illegalen Freier bezeichnet.

Die Richterin wies ihn darauf hin, dass die Polizeibeamten als Zeugen gegen ihn ausgesagt hätten, und auch die Prostituierte habe von einer Abmachung gesprochen. Dennoch betonte der Mann seine Unschuld.

Er fühle sich ungerecht behandelt. Das Vorgehen sei ähnlich, wie wenn er vor dem Gerichtsgebäude ein Feuerzeug in den Händen halte und man ihm nachher anlaste, dass er das Haus habe abbrennen wollen.

Der Verurteilte verliess das Gerichtsgebäude aufgebracht und sagte, «er werde nie im Leben etwas bezahlen». Das Urteil des Bezirksgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Es kann ans Obergericht weitergezogen werden.